Eine Erdgasheizung oder Flüssiggasheizung?

Sie möchten gerne Gas als Brennstoff für die Heizung nutzen, aber es ist einfach nicht möglich, eine Anbindung an das Gasnetz an Ihrem Standort zu erreichen? Dann ist eine FlüssigGasheizung eine gute Alternative für Sie. Allerdings ist es empfehlenswert, sich zuvor über die Funktionsweise einer solchen Heizung zu informieren. Auch die baulichen Voraussetzungen sind sehr wichtig.

Es scheint so, als ob die FlüssigGasheizung lediglich eine Notlösung ist für den Fall, dass kein Gasanschluss verfügbar ist. Viele Hausbesitzer fragen sich aber auch, ob eine FlüssigGasheizung nicht generell eine gute Heizungsart ist. Fest steht, sowohl Erdgas als auch Flüssiggas haben ihre Vor- und Nachteile.

Flüssiggas – was genau ist das?

Flüssiggas ist eine Alternative zum herkömmlichen Erdgas, oder auch zum Heizöl. Flüssiggas ist ein Nebenprodukt aus der Gewinnung von Erdöl und Erdgas. Daher besteht es größtenteils aus den Kohlenwasserstoffen Butan und Propan. Wie der Name schon sagt, verflüssigt sich das Gas bei Raumtemperatur, wenn ein leichter Überdruck vorliegt. Flüssiggas im flüssigen Zustand nimmt nur einen Bruchteil des Volumens ein, das es in einem gasförmigen Zustand einnehmen würde. Gerade einmal ein 260stel des Gasvolumens benötigt flüssiges Flüssiggas. Dadurch ist es ganz einfach in einem Tank zu speichern. Gegenüber dem Erdgas ist dies ein großer Vorteil, und auch das größte Unterscheidungsmerkmal.

Vorteile Flüssiggas

- Hoher Brennwert
- Große Flexibilität

Nachteile Flüssiggas

- Recht hohe Flüssiggaspreise
- Zusätzliche Kosten für den Kauf oder die Miete des Tanks

Vorteile Erdgas

- Wenig Platz wird benötigt
- Günstiger Erdgaspreis

Nachteile Erdgas

- Ist nicht an jedem Standort verfügbar
- Zusatzkosten für den Gasanschluss

Erdgasheizung mit Flüssiggas betreiben ist möglich

Wenn eine Heizung mit Flüssiggas betrieben werden soll, ist dafür keine besondere FlüssigGasheizung notwendig. Es können die gleichen Heizsysteme für Gas verwendet werden, wie dies auch bei Erdgas der Fall ist. Für die Umstellung von Erdgas auf Flüssiggas müssen lediglich direkt am Gaskessel in paar Einstellungen verändert werden, das ist schon alles. Selbstverständlich sollte ein Fachmann diese Änderungen durchführen. Generell ist es aber so, dass jedes Gas-Brennwert-Gerät auch problemlos mit Erdgas betrieben werden kann.

Flüssiggastank kaufen – das ist wichtig

Flüssiggas wird in einem speziellen Tank gelagert, ähnlich wie Erdöl. Allerdings ist es nicht notwendig, den Flüssiggastank in einem gesonderten Raum unterzubringen. Es ist also egal, ob Sie den Tank in die Garage stellen wollen, oder vielleicht auch in den Garten. Wenn Sie den Tank nicht sehen möchten, oder er optisch kein gutes Bild macht, können Sie den Tank sogar eingraben. Welche Größe der Tank haben muss hängt davon ab, wie hoch der Jahresbedarf an Flüssiggas ist. Um diesen zu berechnen, wird der Wärmebedarf in Kilowattstunden geteilt durch den Heizwert je Liter. Um auf Nummer sicher zu gehen ist es empfehlenswert, beim Kauf des Tanks einen Experten zu konsultieren, nur so erhalten Sie genau die passende Tankgröße. Es gibt diese Tanks in Dimensionen von ein paar hundert Litern bis hin zu einigen tausend Litern. Für einen Haushalt mit 120 bis 150 Quadratmetern reicht für gewöhnlich ein Tank aus, der 5.000 Liter fasst. Wichtig ist, dass der Tank für gewöhnlich immer zusätzlich abgesichert werden muss.

Erdgasheizung oder Flüssiggasheizung – was ist besser?

Die Frage ist nicht ganz so einfach zu beantworten. Flüssiggas verursacht höhere Kosten, zudem müssen erhöhte Sicherheitsanforderungen bei der Lagerung erfüllt werden. Somit ist ein herkömmlicher Gasanschluss in Kombination mit Erdgas in Regionen, wo solch ein Anschluss vorhanden ist oder gelegt werden kann, mit Sicherheit die bessere Lösung. Es gibt aber auch sehr viele Regionen, in denen weder ein Gasnetz noch ein Fernwärmenetz vorhanden ist. Gerade in ländlichen Regionen stehen Hausbesitzer oft vor diesem Problem. In diesem Fall stellt Flüssiggas eine gute Alternative zum Heizöl dar.

Gas als Brennstoff weist einen geringeren CO2-Ausstoss auf als Heizöl. Dieser Ausstoß kann zusätzlich verringert werden, indem die Gasheizung mit der Solarthermie kombiniert wird. Dies gilt für Flüssiggas und Erdgas gleichermaßen. Sowohl Flüssiggas als auch Erdgas verbrennen sehr schadstoffarm, und zudem auch beinahe ganz ohne Rückstände. Während die Freisetzung von CO2 bei Erdgas und Flüssiggas ungefähr gleich liegt, ist der Brennwert des Flüssiggases allerdings in etwa doppelt so hoch wie der von Erdgas.

Flüssiggasheizung Kosten

Generell ist es so, dass sowohl die Anschaffungskosten als auch die Betriebskosten einer FlüssigGasheizung höher sind, als es bei einer ErdGasheizung der Fall ist. Bei einer FlüssigGasheizung muss nicht nur zusätzlich ein Tank gekauft oder gemietet werden, auch der Rohstoff ist immer teurer. Die Sicherheitsmaßnahmen, die bei einer FlüssigGasheizung für die Lagerung des Gases notwendig werden, müssen zudem regelmäßig amtlich geprüft werden, was selbstverständlich auch mit Kosten verbunden ist. Daher ist eine FlüssigGasheizung eher nur dann empfehlenswert, wenn es keinen Gasanschluss für Erdgas gibt.

Eine Flüssiggas Heizung – nicht gefährlich wenn sie fachgerecht installiert wird

Flüssiges Gas in einem Tank – kein Wunder, dass sich viele Interessierte um die Sicherheit einer Flüssiggas Heizung Gedanken machen. Flüssiggas weist einen weitaus höheren Brennwert auf als Erdgas, er ist mehr als doppelt so hoch. Wenn der Heizkessel und vor allen Dingen der Flüssiggastank fachgerecht installiert worden sind, ist dieser Brennstoff nicht gefährlich, eine bedenkenlose Nutzung ist somit möglich. Zudem müssen zur Inbetriebnahme des Tanks und auch für den laufenden Betrieb gesetzliche Auflagen erfüllt werden, diese gewährleisten die Sicherheit. Bei einer FlüssigGasheizung besteht die Pflicht für Sicherheitsüberprüfungen, die regelmäßig wiederkehren.

Einen Flüssiggastank kaufen oder mieten

Es gibt nicht nur die Möglichkeit, einen Flüssiggastank zu kaufen, er kann auch gemietet werden. Dadurch entfallen die Anschaffungskosten für den Tank. Allerdings gibt es auch einen Haken an der Sache und das sind Verträge. Wer einen Tank mieten möchte, muss für gewöhnlich eine vertragliche Bindung mit einem Gaslieferanten eingehen. Dadurch kann es passieren, dass die Mietlösung im Endeffekt teurer wird als der Kauf eines Tanks. Hier gilt es, den Vertrag ganz genau zu studieren. Wenn in diesem Vertrag nicht vereinbart wurde, dass dem Hausbesitzer erlaubt wird, auch von anderen Anbietern Flüssiggas zu beziehen, kann er nicht zu einem anderen Anbieter wechseln, egal wie günstig die Konkurrenz auch sein mag. Langfristig gesehen kann die Miete eines Tanks somit zu einer teuren Angelegenheit werden.

Es kann sehr oft beobachtet werden, dass die Brennstoffpreise von Vertragshändlern höher sind als bei allen anderen Anbietern. Oft wird sogar zusätzlich zum höheren Preis noch eine Tankmiete verlangt. Diese ist zwar nicht sehr hoch, aber im Laufe der Jahre kommt doch eine recht beachtliche Summe zusammen. Daher ist es ratsam, besser einen Tank zu kaufen, und keinen Liefervertrag abzuschließen. So ist es dem Hausbesitzer möglich, sich bei jeder Füllung des Tanks für den günstigsten Anbieter zu entscheiden. Oft gibt es auch die Möglichkeit, einen günstigeren Preis zu erhalten, wenn größere Mengen abgenommen werden. Hier bietet es sich an, eine Einkaufsgemeinschaft zu gründen. Auch andere Hausbesitzer möchten sicherlich Geld sparen beim Einkauf des Brennstoffs und Händler sind froh, wenn sie größere Mengen verkaufen können. Dann kommen sie den Kunden auch gerne mit dem Preis entgegen.

Eine Flüssiggasheizung – dann kann sie sich finanziell lohnen

Die laufenden Kosten einer FlüssigGasheizung sind, verglichen mit anderen Heizsystemen, etwas höher. Dennoch kann sich eine FlüssigGasheizung unter Umständen lohnen. Beispielsweise bei ganz besonders energieeffizienten Gebäuden. Diese haben eine so geringen Energieverbrauch, dass sich die etwas höheren Kosten für den Brennstoff kaum bemerkbar machen.

Hier einmal ein Beispiel:
Ein energieeffizientes Haus wird mit einer Wärmepumpenheizung oder eine Pelletheizung geheizt, dabei entstehen Heizkosten von rund 700 Euro im Jahr. Eine FlüssigGasheizung würde in diesem Fall vielleicht 20 Prozent teurer sein, also etwa 140 Euro. Allerdings kosten Pellet- oder Wärmepumpenheizungen in der Anschaffung weitaus mehr als eine FlüssigGasheizung. Oft dauert es Jahrzehnte, bis sich die Anschaffungskosten wieder amortisiert haben. Manchmal tritt die Amortisation gar nicht ein. In einem solchen Fall ist eine FlüssigGasheizung die günstigere Alternative, auch wenn die laufenden Kosten höher sind.