Den richtigen Gasanbieter finden

Einfach eine bestimmte Webseite aufrufen, einen Button drücken, und schon hat man etliche Euros im Jahr gespart bei der Gasabrechnung – wenn man der Werbung glaubt, soll es wirklich so einfach sein, einen günstigen Gasanbieter zu finden. Ob dies so der Fall ist, darf bezweifelt werden. Fakt ist allerdings, dass mit einem Wechsel des Gasanbieters viel Geld gespart werden kann. Aber es kommt darauf an, nicht einfach zu irgendeinem Gasanbieter zu wechseln, der große Versprechungen macht, sondern zum richtigen Gasanbieter zu wechseln. Leider gibt es auch viele Anbieter, die eher als schwarze Schafe bezeichnet werden können. Geraten Sie an einen solchen Anbieter, sparen Sie im günstigsten Fall gar nichts, im schlimmsten Fall zahlen Sie sogar mehr als zuvor.

Die Themen im Überblick:

Den Gasanbieter wechseln – viel Geld sparen

Viele spielen mit dem Gedanken, den Gasanbieter zu wechseln. Spätestens dann, wenn die neue Rechnung im Briefkasten liegt, schauen sich viele Hausbesitzer nach günstigeren Alternativen um. Durch den Wechsel des Anbieters können Sie aber nicht nur Geld sparen, sondern beeinflussen auch gleichzeitig die Gaspreisentwicklung im Land. Wie viel Geld genau gespart werden kann, ist immer schwer zu sagen. Dies hängt nicht nur vom jeweiligen Bundesland ab, sondern auch vom bisherigen Tarif, und wie wechsel freudig Sie sind. Es gibt regionale Preisunterschiede, die durch Kosten für die Gasnetze der Bereiche zustande kommen, und diese sind immer unterschiedlich hoch. Sowohl die Wartung der Gasleitungen als auch das Bereitstellen der Gaszähler und das Ablesen gehört zu den Netzentgelten dazu. Für die Instandhaltung des Gasnetzes fallen Kosten an, die die Länder an ihre Bürger weitergeben. Wenn Sie in einem Bundesland mit einer geringen Bevölkerungsdichte wohnen, tragen Sie dementsprechend höhere Kosten. Es macht einen Unterschied, ob ein und dieselbe Immobilie in Berlin oder im Saarland steht. Ein Einfamilienhaus in der Hauptstadt verbraucht im Jahr beispielsweise Gas im Wert von 1.000 Euro. Für dasselbe Haus im Saarland müssen Sie dagegen 1.400 Euro an Gas bezahlen.

Aktueller Gastarif ist wichtig

Selbstverständlich stellt sich immer die Frage, wie viel Geld man durch einen Gasanbieterwechsel einsparen kann. Der aktuelle Gastarif spielt dabei immer eine wichtige Rolle. Wenn Sie bisher in der Grundversorgung Ihrer Stadtwerke waren, können sie bis zu 63 Prozent durch einen günstigeren Gastarif einsparen. Leider ist es aber mit einem einmaligen Wechsel nicht getan. Sicherlich können Sie bereits beim ersten Wechsel viel Geld sparen. Wenn diese Einsparungen aber immer auf maximalem Stand sein sollen, führt kein Weg um den jährlichen Anbieterwechsel herum. Nur so ist es möglich, dass Sie sich immer im günstigsten Tarif befinden. Zudem ist es so, dass die meisten Gasanbieter einen Bonus bereitstellen für die Kunden, die ihren Anbieter wechseln wollen. Je nach Anbieter kann dieser Bonus zwischen 50 und 250 Euro liegen. Sollten Sie vergessen, den Vertrag rechtzeitig zum Ende des ersten Jahres zu kündigen, kann das nächste Jahr durchaus teuer werden. Nicht nur, dass der Bonus dann weg fällt, auch der Preis wird gleich vom Versorger erhöht. Sie sind eher nicht sonderlich wechsel freudig? Dann sollten Sie sich einen Anbieter aussuchen, der einen Vertrag mit einem Tarif anbietet, der jährlich festgelegt ist. Dies ist die zweite Variante, wie mit einem Gasanbieterwechsel gutes Geld gespart werden kann. Selbstverständlich bringt der jährliche Wechsel die größten Einsparungen. Wer sich aber eher unwohl fühlt bei der Vorstellung, jedes Jahr den Anbieter zu wechseln, ist mit einem festgelegten Tarif sehr gut bedient.

Aktuellen Gasverbrauch ermitteln

Ein neuer Gasanbieter sollte nicht einfach gewählt werden, weil er vielleicht eine extra Kaffeemaschine bietet oder einen schönen Bonus. Vor dem Wechsel des Gasanbieters sollte immer zunächst der aktuelle Verbrauch ermittelt werden. Erst dann ist es möglich, einen günstigeren Anbieter zu finden. Den aktuellen Gasverbrauch können Sie ganz einfach der letzten Gasrechnung entnehmen. Wenn Sie den Anbieter wechseln wollen, benötigen Sie die Rechnung ebenfalls, denn dort ist die Nummer des Gaszählers vermerkt, diese wird benötigt bei einem Wechsel.
Auf Ihrem Gaszähler ist der Gasverbrauch in Kubikmetern angegeben. Allerdings wird auf der Gasrechnung der Verbrauch in Kilowattstunden berechnet. Mit einer ganz einfachen Formel ist es allerdings möglich, Kubikmeter in Kilowattstunden umzurechnen.

Kwh = Kubikmeter x Brennwert x Zustandszahl

Sowohl die Zustandszahl als auch den Brennwert finden Sie ebenfalls auf Ihrer Rechnung.

Gasanbieter vergleichen

Es gibt viele Möglichkeiten, um die Angebote der vielen Gasanbieter und die Gaspreise zu vergleichen. Dafür stehen etliche Vergleichsportale zur Verfügung. Laut einem Test der Stiftung Warentest gibt es fünf Vergleichsportale für Gasanbieter, die Noten zwischen 2,9 und 3,9 erreichen konnten. Am besten schnitten Check24 und Verivox bei diesem Test ab. Danach folgen Hauspilot, Toptarif und Prizewize.

Um wirklich das beste Angebot bei diesen Vergleichsportalen finden zu können, sollten Sie jedoch einige Punkte beachten:

Voreinstellungen anpassen

In vielen Vergleichsportalen gibt es gewisse Voreinstellungen, so wie beispielsweise der Bewertungsfilter oder der Bonusfilter. Dadurch werden die Ergebnisse aber verfälscht. Ist der Bonusfilter bereits voreingestellt, wird diese Bonuszahlung gleich mit in den Preis hinein gerechnet. Somit ist ein objektiver Vergleich schon gar nicht mehr möglich.

Der Bewertungsfilter erscheint auf den ersten Blick sehr logisch, Versorger mit positiven Bewertungen erhalten hier den Vorzug. Allerdings muss dabei beachtet werden, dass nur die Gasanbieter eine Bewertung erhalten, die zuvor mit dem Vergleichsportal eine entsprechende Kooperation eingegangen sind. Daher ist es sinnvoll, auch den Bewertungsfilter zu löschen, ansonsten bekommen Sie Tarife von unabhängigen Anbietern, die vielleicht günstiger sind, gar nicht erst zu Gesicht.

Stiftung Warentest Filter

In einigen Vergleichsportalen gibt es die Möglichkeit, einen sogenannten Stiftung Warentest Filter einzustellen. Dadurch sollen Angebote ausgeschlossen werden, die sich nachteilig auswirken. Aber auch hier ist es wie bei jedem anderen Filter auch, blindes Vertrauen kann fatal sein. Sie sollten einem solchen Filter niemals blind vertrauen. Es empfiehlt sich immer, den Filter sehr gründlich zu überprüfen, und sich dann erst für den neuen Gasanbieter zu entscheiden.

Alle Angebote der Anbieter gründlich überprüfen und vergleichen

Der Preis ist gut, und schon hat man gewechselt. So einfach sollte man es sich aber besser nicht machen, nicht nur der Preis ist entscheidend, wenn es um einen Anbieterwechsel geht. Sie sollten immer besonders gründlich alle Bedingungen und Konditionen des gewünschten Angebotes unter die Lupe nehmen. Vergleichen Sie selbst noch einmal die Angebote. Auf die Angaben, die Sie von den Vergleichsportalen bekommt, sollten Sie sich nie vollkommen verlassen. Besuchen Sie auch die Webseiten der Gasanbieter, und informieren Sie sich näher über deren Angebote. Einige Punkte helfen Ihnen dabei, die fairen Angebote von den eher zweifelhaften zu unterscheiden.

  • Vorkasse und Kaution – eine eher unübliche Variante. Sollte das günstige Angebot nur in Verbindung mit dieser Bedingung zustande kommen, sollten Sie das Angebot besser nicht nutzen.
  • Kurze Laufzeiten und eine flexible Kündigungsfrist sollten selbstverständlich sein.
  • Feste Gasmengen mit Pakettarif – diese Variante sollten Sie am besten sofort verwerfen.

Fragen über Fragen und die passenden Antworten

Der Wechsel des Gasanbieters kann zwar große Einsparungen bringen, dennoch schrecken noch viele Verbraucher davor zurück, den Anbieter zu wechseln. Das liegt nicht nur an der Bequemlichkeit, auch die Angst davor, dass der Wechsel etwas kostet, oder der neue Anbieter plötzlich doch teurer ist, spielen ebenfalls eine große Rolle. Viele Fragen stehen bei einem Wechsel im Raum, wir haben die Antworten dazu zusammengestellt.

Der Wechsel - ist er kostenlos?

Der Gasanbieterwechsel ist grundsätzlich immer kostenlos. Es ist sogar möglich, dass neue Kunden sogar noch ein wenig Geld dazu bekommen, denn viele Anbieter locken mit einem Neukundenbonus.

Muss der Gaszähler ausgetauscht werden?

Beim Wechsel des Gasanbieters ist es nicht notwendig, den Gaszähler auszutauschen. Auch eine neue Gasleitung ist nicht notwendig. Der neue Anbieter nutzt ebenso wie der vorherige Anbieter die bestehende Infrastruktur. Der Gasanbieter bezahlt für die Nutzung eine bestimmte Gebühr an den Gasnetzbetreiber, diese wird als Durchleitungsgebühr bezeichnet. Für den neuen Kunden fallen jedoch keine zusätzlichen Kosten an, da diese Gebühr schon im Gaspreis enthalten ist.

Wie lange dauert es, bis der Anbieterwechsel durchgeführt ist?

Zwischen drei und sechs Wochen kann es dauern, bis der neue Gasanbieter die Lieferung übernommen hat. Das hängt davon ab, welche Kündigungsfrist es beim alten Anbieter gibt. Die Kündigungsfristen sind durchaus unterschiedlich, meistens gilt eine Kündigungsfrist von drei Monaten, aber auch eine monatliche oder halbjährliche Kündigungsfrist ist möglich.

Muss der alte Gasanbieter vom Kunden selbst gekündigt werden?

Für gewöhnlich übernimmt der neue Gasanbieter die Kündigung des alten Vertrags. Allerdings gibt es eine Ausnahme, diese gilt für den Fall, dass der alte Anbieter eine Preiserhöhung angekündigt hat. In diesem Fall besteht häufig eine Kündigungsfrist von 14 Tagen. Es ist empfehlenswert, diesen Vertrag dann besser selbst zu kündigen, ansonsten ist es möglich, dass die Kündigungsfrist abgelaufen ist, bevor der Wechsel komplett vollzogen ist. Dasselbe gilt für den Fall, dass ein Gastarif mit einer langen Laufzeit vorhanden ist, dessen Kündigungsfrist allerdings bald vorbei ist. Es kann sonst passieren, dass der richtige Zeitpunkt verpasst wird, und der Kunde erneut ein Jahr oder länger an den Vertrag gebunden ist.

Der neue Anbieter erhöht den Preis nach dem Wechsel - was tun?

Wenn der neue Gasanbieter die Preise erhöht, besteht immer ein Sonderkündigungsrecht. Dieses ermöglicht den erneuten Wechsel des Anbieters. Generell ist es immer ratsam, auch nach einem Wechsel immer ein Auge auf die Preise anderer Anbieter zu haben. Gegebenenfalls ist es möglich, noch einen günstigeren Tarif zu finden, und zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Ein Gastarif mit Preisgarantie schützt vor solchen Preiserhöhungen in absehbarer Zeit.

Warum gibt es so unterschiedliche Gaspreise?

Der Gaspreis besteht aus vielen Komponenten. Neben den Netznutzungsentgelten zählen auch die Umsatz- und Gassteuer dazu, ebenso wie die Konzessionsabgabe. All dies sind staatliche Abgaben. Dazu komme noch die Kosten für Beschaffung, Marge und Vertrieb. Das sind die Posten, auf die der Gasanbieter Einfluss hat. Es liegt an den Anbietern, wie viele dieser Kosten letztendlich auf die Kunden umgelegt werden. Dadurch ergeben sich die unterschiedlichen Preise.