Der Rebound Effekt - Erhöhung des Verbrauchs durch Energiesparen

Es hört sich schon ein wenig paradox an, dass durch das Energiesparen der Energieverbrauch erhöht werden soll. Für gewöhnlich sanieren Hausbesitzer ihre Heizung, um Energie- und Heizkosten einzusparen. Sehr oft aber kommt es vor, dass die Einsparungen nicht in der Höhe feststellbar sind, wie sich der Besitzer dies vorgestellt hat. Es kann sogar vorkommen, dass der Energieverbrauch ansteigt. Dieses Phänomen wird seitens der Wissenschaftler als Rebound-Effekt bezeichnet.

Die Themen in der Übersicht:

Neue Heizung - Energieverbrauch erhöht sich

Generell ist es so, dass eine Steigerung bei der Energieeffizienz die Kosten für Dienstleistungen oder Produkte senken. Dabei kann es sich um Haushaltsgeräte handeln, die weniger Strom als zuvor benötigen, oder auch um Autos, die weniger Benzin benötigen. Allerdings ist es möglich, dass diese Einsparungen auch Auswirkungen haben auf das Nutzerverhalten. Das Auto ist jetzt billiger, dann kann man es ja auch öfter nutzen. Statt des kleineren Fernsehers wird jetzt ein ganz großer gekauft, den man zwar eigentlich nicht braucht, aber er hat ja eine so gute Energieeffizienz.

Dass diese größeren Geräte dann aber trotzdem mehr Strom verbrauchen als kleinere Varianten, wird oft übersehen. Die möglichen Einsparungen werden so geringer, weil doch wieder mehr Energie benötigt wird. Dadurch ist es möglich, dass die Einsparungen teilweise einfach wieder aufgehoben werden. Das ist der Effekt, der als Rebound bekannt ist.

Die energetische Sanierung und der Rebound-Effekt

Diesen Rebound-Effekt gibt es auch bei der energetischen Sanierung. Wie in den anderen Bereichen des Alltags ist auch hier das Verhalten der Bewohner in einem Haushalt wichtig. Menschen, die in alten Gebäuden leben, die nicht saniert sind, haben das Sparen verinnerlicht. Sie haben oft sehr hohe Heizkosten und achten daher immer darauf, wie diese Heizkosten eingespart werden können. Sie sind für alle Tipps zum Energiesparen dankbar. Wann immer es geht wird die Heizung niedriger gedreht, sie dämmen die Heizungsnischen, die Temperatur im Raum ist auch nicht so hoch wie in anderen Häusern.

Nicht nur das Heizen wird genau reglementiert, sondern auch das Waschen. Menschen, die in einer sanierten Immobilie wohnen, leisten sich sehr oft etwas mehr Komfort. Sehr häufig kann beobachtet werden, dass die Komfortanforderungen der Hausbewohner an ihre Heizung steigen, wenn eine energetische Sanierung durchgeführt wurde. Beispielsweise werden dann auch die Räume geheizt, die vorher vielleicht gar nicht oder nur wenig geheizt wurden. Dadurch ist es möglich, dass der Rebound-Effekt bei der Nutzung der Raumwärme bei zwischen 10 und 30 Prozent liegen kann. Auch eine Badsanierung mit einer größeren Badewanne oder gar einer kompletten Wellness-Landschaft kann sich bemerkbar machen.

Daraus ergibt sich ein höherer Verbrauch an Warmwasser, das lässt wiederum die Heizkosten steigen. Oft werden die Heizkörper auch höher gedreht, oder die Fenster bleiben auf, während die Heizkörper laufen. Richtig heizen wird dann zu etwas, dem nur wenig Beachtung geschenkt wird - zumindest so lange, bis die nächste Rechnung ins Haus flattert. Dieses Verhalten hat nicht nur negative Auswirkungen auf den Energieverbrauch, sondern auch auf die Umwelt.

Der Rebound-Effekt - ein Komfortproblem

Beim Rebound-Effekt geht es hauptsächlich darum, dass Nutzer gerne ihren Komfort erhöhen, wenn die Energiekosten geringer sind. Ist dies der Fall, können vorausgesagte Energieeinsparungen in vielen Fällen nicht mehr erreicht werden. Dann nützen auch die besten Tipps nichts mehr, wenn die Bewohner eines Haushalt nicht gewillt sind, diese Tipps zu beherzigen. Der Energieverbrauch steigt, obwohl die Heizung erneuert wurde.

Energiesparen ist auch wichtig, wenn eine neue Heizung eingebaut wurde. Auch dann sollte nicht nach Lust und Laune sinnlos Energie verbraucht werden für Komfort, der eigentlich unnötig ist.