Die Fußbodenheizung funktioniert nicht - und was nun?

Flächenheizungen sind sehr beliebt, da sie alle Räume mit einer sehr angenehmen Strahlungswärme heizen – jedenfalls solange sie auch richtig funktioniert, und die Räume nicht kalt bleiben. Ist dies einmal der Fall, wissen viele Hausbesitzer nicht weiter. Das gilt sowohl für eine elektrische Fußbodenheizung, als auch für eine Warmwasser Fußbodenheizung. Während bei einem an der Wand befestigten Heizkörper Maßnahmen, wie beispielsweise Entlüften ergriffen werden können, wird dies bei solchen Bodenheizungen schwierig, da sie sich unter dem Estrich befinden. Dennoch gibt es Möglichkeiten, das Problem zu finden, und die Heizung wieder zum Laufen zu bekommen.

Die Themen im Überblick:

Nach Renovierung funktioniert die Fußbodenheizung nicht

Oft stellen Hausbesitzer nach einer Renovierung fest, dass ihre Fußbodenheizung wohl nicht mehr richtig funktioniert. Die Gründe dafür sind aber oft recht einfach herauszufinden. Beispielsweise ist es möglich, dass die Fußbodenflächen durch Möbel verstellt sind, dann kann die Wärme nicht mehr richtig im Raum ankommen. Das Umstellen der Möbel kann hier dafür sorgen, dass wieder ausreichend Wärme ankommt. Ein weiter Grund sind auch oft Bodenbeläge, die ganz einfach auf den zuvor genutzten Bodenbelag aufgebracht wurden. Dadurch kann die Wärmeübertragung gestört werden, die Fußbodenheizung funktioniert einfach nicht mehr. Dies kann behoben werden, indem die Vorlauftemperatur der Heizung um ein paar Grad erhöht wird. So wird der Fußboden wieder angenehm warm.

Fehler an der Heizung - erst finden und dann beseitigen

Wenn keinerlei Renovierungsarbeiten stattgefunden haben, sollte der Kessel unter die Lupe genommen werden. Zunächst sollte hier der Wasserdruck und die Regelung überprüft werden. Dies wird bei einer Warmwasser-Fußbodenheizung durchgeführt, nicht bei einer elektrischen Fußbodenheizung.  

Heizungsstörung oder verstellte Regelung

Wenn die neue Heizsaison beginnt, aber die Heizung ihren Dienst verwehrt, kann der Grund dafür eine verstellte Regelung der Heizung sein. Oft vergessen es die Hausbesitzer ganz einfach, den Sommerbetrieb der Heizung abzustellen. In diesem Modus ist es so, dass der Wärmeerzeuger lediglich das Warmwasser erwärmt, die Fußbodenheizung funktioniert dagegen nicht. Durch das richtige Einstellen kann dieses Problem behoben werden. Anders ist es, wenn die Heizung auf Störung steht, in diesem Fall ist ein Installateur hinzuzuziehen, der die Fußbodenheizung wieder funktionsfähig machen wird.

Heizungsanlage hat zu wenig Wasser

Wenn sich im System zu wenig Wasser befindet, ist es nicht mehr möglich, Heizwärme gleichmäßig zu verteilen, also funktioniert die Fußbodenheizung nicht. Aufschluss darüber, ob dies der Fall ist, gibt das Manometer. Liegt der angezeigte Wert unter einem Bar, dann muss für gewöhnlich Heizwasser nachgefüllt werden. Dabei muss unbedingt darauf geachtet werden, dass das Wasser dafür geeignet ist, in der Heizungsanlage genutzt zu werden. Sollte der Druck aber immer wieder abfallen, dann ist dies ein Anzeichen dafür, dass es noch weitere Probleme gibt. Undichte Rohrverbindungen oder defekte Ausdehnungsgefäße können dafür verantwortlich sein. Wirklich feststellen kann dies aber nur ein Heizungsmonteur, der die Störung auch gleich beseitigen kann.

Heizungsfunktion wird durch Verteilung beeinflusst

Wenn diese Ursachen alle nicht infrage kommen, dann kann auch die Verteilung der Übeltäter sein. Es ist möglich, dass sich nicht nur Luft aus dem Heizsystem angesammelt hat, sondern auch biologische Ablagerungen. Beides kann dafür verantwortlich sein, dass der Heizwasserdurchfluss beeinträchtigt wird, und die Heizung nicht mehr funktioniert. Durch das fachgerechte Spülen aller Heizleitungen kann dies behoben werden. Auch dafür muss der Installateur gerufen werden. Dieser wird die Rohre mit Wasser unter hohem Druck durchspülen, so werden die Ablagerungen herausgespült. Einer Verschmutzung kann durch Luft- und Schlammabscheider vorgebeugt werden. Diese filtern Stoffe aus dem Heizungswasser heraus.

Gestörte Wärmeverteilung durch defekte Ventile

Es ist aber auch möglich, dass defekte Thermostate, Ventile oder Regeleinrichtungen dafür verantwortlich sind, dass durch einen Heizkreis nicht ausreichen Wasser fließt. Dadurch ergibt sich eine zu geringe Oberflächentemperatur auf dem Boden, und der Raum wird nicht richtig warm. Ein Experte kann die Bauteile untersuchen, und defekte Geräte ersetzen.

Ein hydraulischer Abgleich hilft

Wenn die Heizflächen in den Räumen sehr unterschiedlich warm werden kann es sein, dass ein Hydraulischer Abgleich notwendig ist. Das Heizungswasser strömt immer erst durch die Heizkreise, die am einfachsten und ohne Druckverluste zu erreichen sind. Flächen, die weiter entfernt liegen, bekommen weniger Wärme, und dementsprechend funktioniert die Fußbodenheizung nicht. Durch einen hydraulischen Abgleich ist es möglich dafür zu sorgen, dass wirklich alle Heizkreise im Haus mit demselben Druck erreicht werden können. So wird die Heizwärme dann gleichmäßig verteilt, und in allen Räumen herrscht eine gleichmäßige behagliche Wärme. Der hydraulische Abgleich sorgt nicht nur für eine gleichmäßige Raumtemperatur, auch Energie und Heizkosten lassen sich dadurch sparen. Ein großer Vorteil, den jeder Heizungsbesitzer nutzen sollte. 

Ablagerungen und Luft im Heizkreis

Wenn die Heizflächen nicht warm werden, können daran auch Ablagerungen und Luft im System verantwortlich sein. Beides stört den Durchfluss des Heizwassers, folglich wird die Heizung nicht warm. Eine professionelle Spülung der Heizung bringt Abhilfe. Bei dieser Maßnahme werden alle Heizkreise nach und nach mit Hochdruck gereinigt. Für einen zusätzlichen Schutz sorgen spezielle Abscheider-Armaturen. Durch sie wird die Fließgeschwindigkeit des Heizungswassers für eine kurze Zeit auf ein Minimum reduziert. Dadurch ist es der Luft und Schmutzpartikeln möglich zu entweichen. Vor allen Dingen dann, wenn eine alte Heizungsanlage saniert werden soll, ist der Einsatz solcher Armaturen sehr sinnvoll.

Die Pumpe ist beschädigt

Wenn eine Pumpe nicht mehr in der Lage ist, ausreichend Druck aufzubauen, kann das ebenfalls ein Grund sein. Dies kann ganz einfach kontrolliert werden. Die Angaben zum maximalen Pumpendruck und zum optimalen Pumpendruck im gesamten System sind auf der Pumpe zu finden. Das Manometer zeigt den momentanen Druck. Wenn der Druck zu niedrig ist, kann ein Austausch notwendig werden.

Temperatur im Raum ist zu niedrig - keine gleichmäßige Wärme

Wenn der Raum einfach nicht die gewünschte Temperatur erreicht kann dies daran liegen, dass die Berechnung der Dimensionierung der Anlage nicht korrekt durchgeführt wurde. Es ist wahrscheinlich, dass eine zu geringe Dimensionierung stattgefunden hat. Es ist sehr wichtig, dass die berechnete Heizleistung immer im passenden Verhältnis zur Größe des Raumes steht. Auch Umsetzungsfehler bei der Bauausführung können mögliche Ursachen sein. Eine ungleichmäßige Erwärmung im Raum ist möglich, wenn die Möbel ungünstig platziert wurden. Teppiche oder Möbel können verhindern, dass sich die Wärme gleichmäßig verteilt. Ebenfalls möglich sind Störungen in der Heizungsanlage.