Die Heizung erneuern – wann ist dafür der richtige Zeitpunkt?

Jeden Monat verbrennt die Heizung im wahrsten Sinne des Wortes bares Geld. Sie übernimmt den größten Teil an den monatlich anfallenden Energiekosten in den Haushalten in Deutschland. Ältere Heizungen benötigen generell immer viel mehr Energie als die modernen Anlagen. Wer seine Heizungskosten senken möchte, sollte über eine Modernisierung der Heizung nachdenken, wenn diese schon einige Jahre alt ist. Dennoch zögern viele Verbraucher wenn es darum geht, die Heizung zu erneuern. Wann ist denn nun der richtige Zeitpunkt, um die Heizung zu erneuern?

Wann ist der beste Zeitpunkt?

Veraltete Heizung

Wer im Besitz einer recht alten Öl- oder Gasheizung ohne moderne Brennwerttechnik ist, sollte sich ernsthaft Gedanken machen über eine Erneuerung. Zwar ist die Modernisierung mit Kosten verbunden, eine neue Heizung kann aber auch etwa ein Drittel an Heizkosten einsparen. So amortisiert sich eine neue Heizung sehr schnell. Wer noch mehr Energiekosten sparen möchte, kann seine neue Heizung auch gleich mit einer Solarthermie-Anlage verbinden.

Beste Zeit - der Sommer

Natürlich kann die Modernisierung einer Heizung das ganze Jahr über vorgenommen werden. Bei einer gründlichen Planung nimmt diese Modernisierung nicht sehr viel Zeit in Anspruch. Dennoch können auch ein oder zwei Tage ohne Heizung im Winter schon einmal sehr unangenehm sein. Daher ist es ratsam, für die Modernisierung den Sommer zu wählen. So ergeben sich keinerlei Ausfallzeiten. Zudem kann die neue Heizperiode dann gleich mit der neuen Heizung begonnen werden. Im Gegensatz zur alten Heizung arbeitet diese dann ohne Störungen und absolut effizient.

Wenn die Finanzierung steht

Natürlich ist eine nicht richtig funktionierende Heizung ein sehr großer Störfaktor. Wenn sie zudem noch recht hohe Energiekosten verursacht, ist dies noch ein zusätzliches Argument für die Modernisierung der Heizung. All dies nützt aber nichts, wenn die notwendige Finanzierung noch nicht steht. Generell kann ein geplanter Austausch der Heizung von der finanziellen Seite her viel besser durchkalkuliert werden, als es bei einem kompletten Ausfall der alten Heizung mitten im Winter der Fall ist. Zudem sind auch die ständig steigenden Energiepreise ein Grund, um einen sehr alten Konstanttemperaturkessel oder auch einen älteren Niedertemperaturkessel bei nächster Gelegenheit auszutauschen. Die neue Brennwertheizung arbeitet gleich von Beginn an sehr effizient, und sofort werden die ersten Heizkosten eingespart.

Beim Verkauf der Immobilie

Eine effiziente und moderne Heizung steigert den Wert einer Immobilie. Eine moderne Gasheizung oder auch Ölheizung ist relativ günstig, zudem arbeitet sie so effektiv, dass sie sich innerhalb einer kurzen Zeit bereits amortisiert hat. So ist es nicht unbedingt notwendig, hier auf längere Zeit zu planen. Eine Heizungserneuerung ist immer lohnenswert, auch im Falle eines bevorstehenden Verkaufs. Eigentümer möchten ihre Immobilie immer gerne verkaufen, ohne vorher die Heizung zu erneuern. Dabei wird immer vergessen, dass eine neue Heizung eine Wertsteigerung für das Haus darstellt. Käufer zahlen gerne mehr, wenn das Haus über eine moderne Heizung verfügt.

Besser eher als später

Die Frage, wann man seine Heizung erneuern sollte, ist eigentlich ganz einfach zu beantworten, je eher, desto besser. Je eher die Heizung erneuert wird, desto eher kann auch mit dem Sparen begonnen werden.

Heizung erneuern: Kosten

Jede Heizung unterliegt einem gewissen Verschleiß. Das führt nicht nur dazu, dass sie irgendwann die strengen Abgasnormen nicht mehr einhält, sondern dass sie auch unnötig viel Energie verbraucht. Grob geschätzt kann eine Heizung etwa 15 Jahre effizient funktionieren. In dieser Zeitspanne verändert sich auch die Heiztechnik. Daher ist es sinnvoll, in eine neue Heizungsanlage zu investieren.

Heizungen mit fossilen Brennstoffen

Die Kosten für eine neue Heizung mit fossilen Brennstoffen sind geringer als die Kosten von Heizungen, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Für eine neue Brennwertheizung mit Gas muss mit Anschaffungskosten von etwa 4.000 bis 9.000 Euro gerechnet werden. Eine Ölheizung mit Brennwerttechnik kostet ungefähr 7.000 bis 10.000 Euro. Es kommt jedoch auch immer darauf an, wie groß die zu beheizende Wohnfläche ist. Zudem spielt die Dämmung der Immobilie eine wichtige Rolle. In schlecht gedämmten Gebäuden ist eine Heizung mit einer höheren Leistung erforderlich.

Wer bei der Erneuerung der Heizung etwas sparen möchte und statt einer neuen Ölheizung lieber eine günstigere Gasheizung kauft, sollte daran denken, dass ein neuer Gasanschluss auch Kosten verursacht. Zudem müssen die vorhandenen Heizöltanks entsorgt werden. Die Entsorgung ist natürlich auch nicht kostenlos. Für die Erneuerung einer Heizung mit fossilen Brennstoffen kann unter bestimmten Voraussetzungen ein Zuschuss von der KfW, das ist die Kreditanstalt für Wiederaufbau, in Höhe von 10 bis 15 Prozent der Investitionssumme beantragt werden.

Heizungsanlagen mit erneuerbaren Energien

Heizsysteme, die mit erneuerbaren Energien betrieben werden, sind deutlich teurer. Dafür fallen jedoch geringere Energiekosten an. Eine Wärmepumpe kostet in der Anschaffung 9.000 bis 15.000 Euro. Eine solche Anlage wird von dem BAFA, das ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, mit einem Zuschuss in Höhe von 1.500 bis maximal 4.500 Euro gefördert.

Eine neue Brennstoffzellenheizung kostet je nach Größe zwischen 10.000 und 25.000 Euro. Bei einer solchen Heizung ist das Einsparpotenzial sehr hoch, weil auch gleichzeitig elektrischer Strom produziert wird. Gefördert wird eine solche Anlage von der KfW mit einem Zuschuss von mindestens 7.050 Euro.

Sehr interessant ist aber auch eine Zentralheizung, die mit Pellets betrieben wird. Eine solche Heizung kostet zwischen 15.000 und 25.000 Euro. Sie wird von der BAFA mit einem Zuschuss in Höhe von 2.000 bis 8.000 Euro gefördert.

Wie setzen sich die Kosten zusammen?

Bei den oben aufgeführten Kosten kann nur von durchschnittlichen Richtwerten zur Orientierung ausgegangen werden. Die tatsächlich anfallenden Kosten können stark variieren. Bei einer neuen Heizung spielt es natürlich auch eine Rolle, ob sie mit einem Warmwasserboiler ausgestattet ist. Ein solcher Warmwasserspeicher lässt sich auch mit einer Solarzelle auf dem Dach kombinieren. Dadurch steigen zwar die Investitionskosten, aber diese machen sich aufgrund des geringeren Energieverbrauchs schon nach wenigen Jahren wieder bezahlt.
Bei der Montage einer neuen Heizung ist mitunter auch noch eine Veränderung am Schornstein oder Ähnliches erforderlich. Dadurch erhöhen sich die Kosten ebenfalls. Trotzdem lohnt es sich immer, in eine neue und vor allem moderne Heizung zu investieren. In der Regel lassen sich durch die Erneuerung der Heizung mindestens 20 Prozent der Energiekosten einsparen. Zudem entstehen deutlich weniger schädliche Abgase.

Prüfungskriterien für eine neue Heizung

Selbstverständlich ist es immer möglich, eine Heizung zu erneuern. Viele Hausbesitzer sind sich jedoch nicht ganz sicher, ab wann ein Austausch nicht mehr vermeidbar ist. Es gibt aber ein paar Kriterien, die die Entscheidung erleichtern. Prüfen Sie Ihre Heizung nach den folgenden Kriterien und Sie stellen Sie fest, ob die Heizung erneuert werden sollte.

Der Kessel – wie sieht er aus?

Wenn bereits Rost an dem Kessel zu sehen ist, wird ein notwendiger Austausch nicht mehr lange auf sich warten lassen. Dies ist ein deutliches Zeichen dafür, dass der Kessel schon viele Jahre seine Dienste leistet, und höchstwahrscheinlich nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik ist.

Das Alter der Heizungsanlage

Wenn die Heizung bereits zwanzig Jahre oder gar mehr ihre Dienste leistet, sollten Sie sie auf jeden Fall erneuern.

Kesseltemperatur ist dauerhaft hoch

Wenn Sie eine recht hohe und konstante Kesseltemperatur feststellen wird mehr Wärme produziert, als eigentlich benötigt wird. Daraus ergeben sich hohe Heizkosten, Energie wird verschwendet.

Hohe Abgastemperatur

Wenn die Abgastemperatur bei mehr als 200° Celsius liegt, ist eine Modernisierung nicht nur notwendig, sondern schon längst überfällig.

Hoher Abgasverlust

Ihr Schornsteinfeger kommt regelmäßig, um Ihre Heizung zu prüfen. Wenn er einen Abgasverlust von mehr als 11 Prozent feststellt, sollten Sie auf jeden Fall den Kessel austauschen.