Entsorgung des Öltanks – aber bitte fachgerecht

Bisher haben Sie mit einer Ölheizung geheizt. Aber nun möchten Sie doch auf Gas oder eine andere Energieart umstellen? Dann muss nicht nur die neue Heizung angeschafft und installiert werden, auch eine fachgerechte Entsorgung des Öltanks wird dadurch notwendig.

Die Entsorgung des Öltanks

Vor der Entsorgung des alten Öltanks ist es notwendig, dass die Verbindung zwischen dem Tank und dem Heizkessel getrennt wird. Weiterhin müssen auch die Rohrleitungen sowohl ausgebaut als auch gereinigt werden. Restöl, das eventuell noch vorhanden ist, muss natürlich auch noch abgepumpt werden. Für gewöhnlich ist es so, dass eine dickere Schicht Öl zurückbleibt. Diese kann aber durch eine gründliche Innenreinigung entfernt werden.

Sowohl die Größe des Öltanks als auch das Modell entscheiden darüber, ob der Tank gleich in einem Stück verladen werden kann, oder nur in Einzelteilen. Wichtig ist in jedem Fall, dass der Tank nur durch einen nach § 19 I WHG zertifizierten Fachbetrieb entsorgt wird.

Der Ablauf der Öltankentsorgung

1. Messung des Ölstands
2. Restöl abpumpen
3. Reinigung und Entgasung des Tanks
4. Demontage und endgültige Entsorgung des Öltanks
5. Entsorgungsbescheinigung wird ausgestellt für die zuständige untere Wasserbehörde

Wechsel des Heizsystems am besten wenn das Heizöl aufgebraucht ist

Bestenfalls sollte mit einem Heizungsaustausch so lange gewartet werden, bis das Öl im Tank möglichst ganz aufgebraucht ist. Allerdings ist es fast immer so, dass beim Wechsel von einer Ölheizung auf eine Gasheizung ein reibungsloser Übergang zwischen Ölverbrauch und Installation der neuen Heizung eigentlich unmöglich ist. Eventuell anfallendes Restöl kann dann beispielsweise an den Nachbarn weitergegeben werden.

Die Kosten der fachgerechten Entsorgung

Es ist sehr schwierig, hier generelle Kosten anzugeben. Es gibt verschiedene Faktoren, die dabei eine Rolle spielen. Hierbei kommt es unter anderem sowohl auf die Bauart des Tanks an, als auch auf die Größe. Der notwendige Aufwand für die Entsorgung ist ebenfalls ein Faktor, der in die Kosten mit einfließt.

Besitzer eines Batterietanks aus Stahl oder Kunststoff können bei einer Entsorgung am günstigsten wegkommen. Dank der einfachen Handhabung liegen die Kosten in etwa zwischen 300 und 500 Euro. Um einiges teurer wird es, wenn es sich bei dem Tank um ein sogenanntes kellergeschweißtes Gerät handelt. Dann fallen schnell Kosten an zwischen 500 und 1.900 Euro.

Ganz besonders ins finanzielle Gewicht fällt die Stilllegung und Verfüllung eines Erdtanks. Kleinere Tanks mit einer Größe bis zu 5.000 Liter sind günstiger, hier betragen die Kosten bis zu 1.000 Euro. Größere Tanks bis zu einem Volumen von 20.000 Litern verursachen schon Kosten bis mehr als 2.000 Euro.

Weitere Kosten, die eingeplant werden müssen, sind Kosten für die Restölentsorgung, Anfahrtskosten oder auch die Kosten, die bei der Verwendung von zusätzlichen Materialien anfällt. Daher ist ein Preisvergleich unterschiedlicher Anbieter immer ratsam, wenn der alte Öltank entsorgt werden soll.

Den Öltank selbst entsorgen – unter bestimmten Voraussetzungen ist dies möglich

Jeder Hausbesitzer möchte selbstverständlich Geld sparen. Dennoch ist es nicht einfach so möglich, seinen alten Öltank selbst zu entsorgen. Generell ist dies möglich, jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen. Hausbesitzer sind in vielen Wohnorten dazu verpflichtet, diese Entsorgung auch zu melden. Die Voraussetzungen sind allerdings sehr unterschiedlich. Während in Sachsen, Berlin oder Rheinland-Pfalz schon bei einem Tankgröße von 1.000 Litern die Entsorgung beim zuständigen Unteren Wasseramt nachgewiesen werden muss, sind Länder wie Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg oder auch Mecklenburg-Vorpommern viel großzügiger, hier muss die Entsorgung erst ab einem Volumen von 10.000 Litern nachgewiesen werden.

Allerdings gilt es zu beachten, dass zwar die reine Entsorgung des Tanks selbst durchgeführt werden kann, aber nicht die vorgeschriebene Reinigung des Tanks. Diese muss durch einen zertifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden laut § 19 (Wasserhaushaltsgesetz).

Reinigung und Wartung von Heizöltanks

Wartungsintervalle sind gesetzlich vorgeschrieben

In regelmäßigen Abständen muss ein Heizöltank gewartet werden. Bei der Wartung wird geprüft, ob die geltenden Normen eingehalten werden. Die Überprüfung ist gesetzlich vorgeschrieben und von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt. Eine bundesweit einheitliche Regelung ist zwar vom Bundesrat bereits im Mai 2014 verabschiedet worden, aber noch immer nicht in Kraft getreten. Festgelegt sind die Details zur Wartung von Heizöltanks in der sogenannten „Anlagenverordnung wassergefährdender Stoffe (VAwS)“ des jeweiligen Bundeslandes. Wie häufig die Wartung ausgeführt werden muss, hängt von der Art des Tanks ab. Grundsätzlich lässt sich sagen: Unterirdische Öltanks, also Erdtanks, müssen alle fünf Jahre geprüft werden. Befinden sich diese Tanks in Überschwemmungsgebieten, muss der Tank sogar alle zweieinhalb Jahre überprüft werden. Öltanks, deren Fassungsvermögen bei mehr als 1000 Litern liegt, müssen nur in Überschwemmungsgebieten regelmäßig geprüft werden – in diesem Fall alle fünf Jahre. Öltanks, die mehr als 10.000 Liter fassen, werden im selben Intervall gewartet. Dabei ist es bei solchen Tanks unerheblich, ob sie in Überschwemmungsgebieten stehen oder nicht. Wenn eine Wartung ansteht, wird der Besitzer des Tanks schriftlich dazu aufgefordert, beispielsweise von der Unteren Wasserbehörde. Neue Anlagen werden zudem vor der Inbetriebnahme geprüft.

Regelmäßige Reinigung beugt Störungen vor

Heizöl ist ein natürliches Produkt und unterliegt dadurch einem Alterungsprozess. Äußere Faktoren wie Wärme, Sauerstoff und Licht sorgen dafür, dass sich bei der Lagerung von Heizöl nicht lösliche Teile absondern, die sich auf dem Boden des Heiztanks ablagern. Dies wird auch Bodenphase genannt. Die Ablagerungen können den Filter verstopfen und zu Betriebsstörungen führen. Gesetzliche Vorgaben für die Reinigung von Öltanks gibt es nicht. Wie häufig eine Reinigung dennoch sinnvoll ist, hängt von Faktoren wie dem Alter der Anlage und dessen Materialen ab. Grundsätzlich sollten Tanks aus Kunststoffe alle sieben bis zehn und Tanks aus Stahl alle fünf bis sieben Jahre gereinigt werden. Vor einer neuen Öllieferung, wenn der Tank also fast leer ist, ist die Reinigung besonders empfehlenswert. Zur Reinigung muss das verbleibende Öl aus dem Tank gepumpt werden. Es wird zwischengelagert und später oft wieder in den Tank zurückgepumpt. Wenn der Tank leer ist, werden die Verunreinigungen entfernt. Bei dieser Gelegenheit können in die Jahre gekommene Komponenten ausgetauscht werden. Auch mögliche Schäden stellt der Fachmann bei der Reinigung häufig fest. Die Reinigung eines Heizöltanks ist komplex und sollte von einem qualifizierten Fachbetrieb ausgeführt werden. Die Reinigung des Tanks kann dabei mehrere Stunden dauern. Die Heizung muss dabei nicht ausgeschaltet werden.

Alternative: Stilllegung des Öltanks

Wenn der alte Öltank als Behältnis intakt ist, muss er gar nicht unbedingt entsorgt werden. Es ist in diesem Fall auch möglich, den Tank ganz einfach zu behalten. Voraussetzung ist, dass der Öltank fachmännisch stillgelegt wird. Diese Alternative ist allerdings nur für Häuser geeignet, die ausreichend Platz bieten. Dann ist es nicht schlimm, wenn Platz, den der Tank einnimmt, nicht anderweitig genutzt werden kann. Auch wenn der Platz in diesem Fall nicht zur Verfügung steht, der stillgelegte Tank kann sehr wohl auch noch für andere Zwecke genutzt werden. Nach einer gründlichen Reinigung ist es möglich, den Tank auch als Regenwasserspeicher zu nutzen. Wenn er zusätzlich noch ein wenig umgebaut wird, kann er sogar als Silo für Holzpellets zum Einsatz kommen. Somit ist die Stilllegung auf jeden Fall eine gute Alternative zur kostenintensiven Entsorgung.