Mit der Quadratmeterzahl die Heizkosten berechnen

Jedes Jahr flattert sie wieder ins Haus, die gefürchtete Heizkostenabrechnung. Darin sind die eigenen Heizkosten aufgestellt. Enthalten sind dabei alle während der jeweiligen Heizperiode angefallenen relevanten Heizkosten. Für gewöhnlich beträgt diese Heizperiode ein Jahr. Allerdings ist es nicht so, dass diese Heizperiode immer übereinstimmen muss mit dem aktuellen Kalenderjahr. Es gibt ein paar Faktoren, die beachtet werden sollten.

Die Heizkosten, also die Kosten für Heizung, Warmwasser usw., lassen sich gut entsprechend der Quadratmeter errechnen. Allerdings sollte auch das Volumen der Räume, die beheizt werden, berücksichtigt werden. Hier gilt, je höher die Decke in den Räumen ist, desto höher werden auch die Heizkosten zu Buche schlagen. Daher ist es ratsam, die Heizkosten immer anhand des entsprechenden Wohnraums zu berechnen oder auch einzuschätzen.

Vergleichswerte helfen bei der Orientierung

Die Heizkosten können recht unterschiedlich ausfallen und schwanken je nach genutztem Brennmaterial. Daher ist es wichtig, sich grundsätzlich nur an Vergleichswerten zu orientieren, die auch wirklich seriös sind.

Gasheizung

Wird ein Wohnraum mit einer Größe von 30 bis 40 Quadratmetern mit Gas beheizt, können im Monat zwischen 25 und 40 Euro an Kosten anfallen. Bei einer Fläche der Größe zwischen 40 und 70 Quadratmetern muss mit Kosten in Höhe von 40 bis 100 Euro gerechnet werden.

Ölheizung

Für Heizungsanlagen, die mit Öl betrieben werden, gelten andere Werte. Hier ist bei Wohnraum zwischen 30 und 40 Quadratmetern mit Kosten von maximal 45 Euro im Monat zu rechnen. Bei einer Wohnung mit einer Fläche von 40 bis 70 Quadratmetern erhöhen sich die Kosten auf einen Wert zwischen 45 und 100 Euro.

Größe des Wohnraums Kosten Ölheizung Kosten Gasheizung
30 bis 40 m2 Maximal 45 Euro/Monat 25 bis 40 Euro/Monat
40 bis 70 m2 45 bis 100 Euro/Monat 40 bis 100 Euro/Monat

Heizkosten steigen – gleich mit einkalkulieren

Jedes Jahr steigen die Heizkosten an. So ist der Anstieg von Heizkosten zwischen zwei aufeinanderfolgenden Heizperioden in Höhe von 15 Prozent oder mehr durchaus keine Seltenheit. Die Höhe des Anstiegs variiert zudem, je nachdem ob man eher ländlich wohnt, oder doch in den größeren Städten.

Nur wenige Verbraucher können hier einen Vorteil ziehen aus den steigenden Preisen, den die Energielieferanten ihren Kunden abverlangen. Dazu gehören diejenigen, die ihren eigenen Energiebedarf entweder teilweise oder sogar komplett aus erneuerbaren Energien decken. Im Jahr 2009 sollen sie im Jahr durchschnittlich etwa 600 Euro weniger ausgegeben haben als die Verbraucher, die doch eher auf fossile Brennstoffe setzen. Diese Zahlen gab die Agentur für Erneuerbare Energien bekannt.

Bei der Berechnung der Heizkosten sollte daher immer auf exakte Vergleichswerte geachtet werden. Nur so können zu hohe Abrechnungen verhindert werden. Wer seine Energiekosten senken möchte, sollte auf den Umstieg auf erneuerbare Energien nachdenken.

Die Heizkosten - eine genaue Berechnung

Oft werden zur Berechnung der jährlich anfallenden Heizkosten lediglich die Brennstoffkosten berücksichtigt. Um die Heizkosten jedoch korrekt berechnen zu können, müssen auch noch weitere Kosten mit in die Berechnung einfließen. Dazu zählen alle Kosten, die mit der Heizung bereits angefallen sind, oder auch noch anfallen werden. Dies sind dann die sogenannten Jahresgesamtkosten. Zu diesen Jahresgesamtkosten zählen neben den verbrauchsgebundenen Kosten auch die kapitalgebundenen und betriebsgebunden Kosten. Eventuell kommen auch noch Opportunitätskosten hinzu.

Verbrauchsgebundene Kosten

Hierbei handelt es sich um die Brennstoffkosten, sowie auch um einen kleinen Teil Kosten für den Strom, der benötigt wird, um den Brenner und die Heizungspumpe zu betreiben.

Kapitalgebundene Kosten

Darunter versteht man die Investitionskosten, immer bezogen auf ein Jahr. Sollte für die Heizung ein Kredit aufgenommen worden sein, zählen auch die Zinsen für diesen Kredit zu diesen Kosten. Wenn die Heizung von zuvor gespartem Geld bezahlt wurde, kann dieses Geld nicht mehr angelegt werden. Ein eventueller Gewinn, der durch mögliche Zinsen entstehen könnte, ginge so verloren. Daher wird bei beiden Fällen immer ein Zinssatz in Höhe von drei Prozent mit in diese Kosten eingerechnet.

Betriebsgebundene Kosten

Darunter versteht man alle Kosten, die in Zusammenhang stehen mit dem Betrieb der Heizung, also beispielsweise die Wartungskosten, aber auch die Kosten, die durch Verschleißteile usw. entstehen. Je nachdem, welcher Brennstoff genutzt wird, unterscheiden sich diese Kosten recht erheblich. Die Kosten für die Wartung einer Gasheizung liegen beispielsweise weitaus niedriger als die Wartungskosten für eine HolzPelletheizung.

Opportunitätskosten

Diese Kosten sind etwas schwierig zu erklären. Es handelt sich hier um Kosten, die immer dann entstehen, wenn etwas anderes nicht gemacht werden kann. Hört sich kompliziert an, wird anhand eines Beispiels aber schnell klar. Bei einer Heizungsmodernisierung von Öl auf Gas wird der Tank für das Öl nicht mehr benötigt, er kann entsorgt werden. Der Raum, in dem der Tank zuvor gestanden hat, kann umgebaut und vermietet werden. Wird allerdings weiterhin mit Öl geheizt, entfällt diese Möglichkeit. Dadurch entstehen dann diese Opportunitätskosten.

Wenn all diese Kosten addiert werden, können die jährlichen Heizkosten korrekt berechnet werden.

Die Zusammensetzung der Heizkosten

Heizkosten setzen sich aus ganz unterschiedlichen Faktoren zusammen. Neben den Kosten für den verbrauchten Brennstoff inklusive dessen Lieferung gehören auch die Kosten des Betriebsstroms dazu. Auch für die Bedienung, Wartung und regelmäßige Überwachung einer Heizungsanlage fallen Kosten an, ebenso für die regelmäßige Überprüfung, die durch einen Fachmann durchgeführt wird. Zudem muss eine Anlage gereinigt werden, ebenso wie der Aufstellraum auch. Der Schornsteinfeger muss bezahlt werden, und auch Messungen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz gehören zu den Heizkosten dazu. Wenn ein Haus oder eine Wohnung vermietet ist, kommen noch die Kosten dazu für die Geräte, die den Verbrauch erfassen, und die Kosten, die anfallen für die Berechnung und die Aufteilung des Verbrauchs. Aus all diesen Faktoren setzen sich die Heizkosten zusammen. Es gibt also einiges zu beachten.

Gebäudezustand ist wichtiger Faktor für den Heizenergiebedarf

Der energetische Zustand eines Gebäudes ist sehr wichtig für die Heizkosten. Sind wichtige Bauteile wie das Dach, die Außenwände und die Kellerdecke nicht gedämmt, können die Kosten sehr hoch sein. Auch alte und undichte Fenster erhöhen den Verbrauch.

Nutzungsgewohnheiten beeinflussen die Kosten

Die eigenen Nutzungsgewohnheiten haben ebenfalls einen großen Einfluss auf die Heizkosten. Wer sich an alle Tipps hält, die zum richtigen Heizen gegeben werden, kann seine Heizkosten recht gering halten, auch in älteren Gebäuden.

Heizungs- und Lüftungstechnik – ebenfalls ein wichtiger Faktor

Auch die Heizungs- und Lüftungstechnik stellt einen wichtigen Faktor dar, sie kann ebenfalls die Heizkosten beeinflussen. Bei alten Heizungsanlagen sind die Ausgaben hier oft recht hoch, da sie meistens nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik entsprechen, und unnötig viel verbrauchen. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sind ein gutes Beispiel dafür, wie die Heizungsanlage entlastet und die Ausgaben gesenkt werden können.