Wie können Heizungsrohre vor dem Einfrieren geschützt werden?

Im Winter ist es oft sehr kalt, in vielen Regionen herrscht Dauerfrost. Regelmäßig fallen die Temperaturen unter null Grad. Wird ein Haus oder eine Wohnung regelmäßig von einer oder mehreren Personen genutzt, ist die Gefahr eines Einfrierens der Heizungsrohre nicht sehr hoch. Anders sieht es aus, wenn eine Immobilie für längere Zeit, beispielsweise aufgrund eines Urlaubs, nicht genutzt wird. Dann kann die Bewohner bei der Rückkehr schon einmal eine sehr böse Überraschung erwarten. Die Leitungen können eingefroren sein, im schlimmsten Fall hat das zu einem Rohrbruch geführt. In diesem Fall ist es durchaus auch möglich, dass nicht nur die Rohre betroffen sind, sondern die gesamte Heizungsanlage, denn schließlich fließt durch deren Leitungen auch Wasser. Wer längere Zeit nicht daheim ist im Winter, sollte seine Heizungsrohre ausreichend vor dem Einfrieren schützen.

Heizungsrohre – wann können sie einfrieren?

Damit ein Rohrbruch passieren kann, muss ein Dauerfrost herrschen. Je nach Region ist es auch in Mitteleuropa oft der Fall, dass mehrere Nächte hintereinander sehr kalt sind und Minusgrade vorherrschen. Das kann von Region zu Region sehr unterschiedlich sein. Heizungsrohre frieren ein, weil Wasser in ihnen fließt. Wasser dehnt sich aus, wenn es einfriert. Ob man es glaubt oder nicht, bei diesem Einfrieren entstehen so große Kräfte, dass ein Rohr ganz einfach platzen kann. Besonders anfällig dafür sind Leitungen, in denen das Wasser für eine längere Zeit stillsteht. Dieser Prozess beginnt meistens damit, dass sich ein kleiner Eispfropf bildet, und irgendwann kommt der gesamte Kreislauf zum Erliegen. Dann frieren Heizungsrohre ein. Daraus resultiert, dass die Wahrscheinlichkeit eines Einfrierens von Rohren dann besonders hoch ist, wenn Dauerfrost herrscht. Das Ausstellen einer Heizungsanlage trägt noch dazu bei.

Das Einfrieren der Heizungsrohre verhindern

Vor allen Dingen Altbauten sind immer sehr anfällig für das Einfrieren von Heizungsrohren. Früher war es üblich, Rohre ohne Dämmung zu verlegen. Hier sind bereits leichte Plusgrade kombiniert mit kaltem Wind eine Gefahr, es ist nicht unbedingt Dauerfrost notwendig. Besonders Rohre, die sich in einem Kellerraum befinden, der nicht über eine Rohrisolierung verfügt, sind stark gefährdet. Auch Rohre, die in vollkommen ungedämmten Wänden liegen, können schnell einfrieren. Es ist allerdings möglich mithilfe von bestimmten Vorkehrungen dafür zu sorgen, dass die Gefahr eines Rohrbruchs minimiert werden kann. Nicht nur spezielle Materialien zum Isolieren tragen dazu bei, sondern auch ein anderes Heizverhalten.

Heizungsrohre dämmen mit speziellen Dämmstoffen

Rohrleitungen, die in Bereichen verlegt wurden, die so gut wie gar nicht beheizt werden können, sind besonders gefährdet. Es gibt Gebäude, in denen die Rohre auch außerhalb des Mauerwerks verlaufen. Hier ist das Isolieren der Leitungen sehr wichtig. Spezielle Dämmstoffe sorgen in diesen Fällen dafür, dass die Rohre durch eine Isolierung geschützt werden. Allerdings sorgt diese Dämmung oder Rohrisolierung nicht dafür, dass das Einfrieren verhindert wird, es zögert das Unvermeidliche lediglich hinaus. Eine Dämmung oder Isolierung alleine ist also nicht ausreichend, auch eine Anpassung des Heizverhaltens ist notwendig.

Das Heizverhalten – so können Heizungsrohre vor dem Einfrieren geschützt werden
  • Auf jedem Thermostatkopf ist ein Symbol zu finden, das entweder die Form einer Schneeflocke hat, oder alternativ auch eines Sterns. Diese Symbole stehen für die Frostschutzstellung. Von der Temperatur her entspricht diese Einstellung ungefähr 5 Grad Celsius. Diese Einstellung schützt den jeweiligen Heizkörper vor dem Einfrieren, allerdings nicht die Heizungsrohre.

  • Bei einer längeren Abwesenheit ist es sinnvoll, die Heizung auf eine ganz niedrige Stufe zu regeln. Dadurch zirkuliert das Heizwasser immer weiter in den Rohren, obwohl die Heizung und das Warmwasser nicht genutzt wird. Wenn die Umgebungstemperatur absinkt unter die Temperatur, die zuvor eingestellt wurde, fließt ganz automatisch Heizwasser in den Heizkörper. Dadurch kann die Bildung des Eispfropfs gar nicht erst beginnen. Hier sollte der Fokus nicht auf der Energie und somit Geld sparen liegen, sondern darauf, die Rohrleitungen vor dem Einfrieren zu schützen.

  • Wärmebrücken sollten unbedingt vermieden werden. Ein Problem sind häufig undichte Fenster, die sich an der Wetterseite des Hauses befinden, zumindest dann, wenn die Temperaturen unter die Marke von null Grad sinken.

  • Generell sollte die Heizung im Winter niemals komplett heruntergedreht werden. Dadurch kühlen die Räume komplett aus. Um diesen Raum hinterher wieder zu beheizen, wird sehr viel Energie benötigt. Zudem wird auch die Schimmelbildung durch das Ausstellen der Heizung begünstigt.

Die Heizungsrohre sind eingefroren – was tun?

Wenn nach längerer Abwesenheit feststellt wird, dass die Heizungsanlage einfach nicht anspringt, kann damit gerechnet werden, dass ein Rohrbruch vorliegt. Auch wenn die Heizkörper nur unzureichend warm werden kann dies ein Zeichen dafür sein. Ein Rohrbruch geht nicht immer mit der Überflutung von Räumen einher. Es ist auch möglich, dass ein solcher Rohrbruch für eine lange Zeit gar nicht bemerkt wird, beispielsweise dann, wenn nur sehr wenig Heizwasser austritt. Sollten Auffälligkeiten zutage treten, kann nur ein Fachmann weiterhelfen.

Helfen Versicherungen bei der Beseitigung von Schäden?

Wenn Frostschäden aufgetreten sind, stellt sich oft die Frage, ob bei der Beseitigung eine Versicherung behilflich ist. Generell greifen sowohl die Gebäudeversicherung als auch die Haftpflichtversicherung bei Frostschäden. Die Haftpflichtversicherung zahlt die Schäden, die an Einrichtungsgegenständen wie den Möbeln auftreten. Eine Voraussetzung für die Übernahme der Kosten durch die Versicherung ist jedoch, dass ausreichend dafür gesorgt wurde, dass die Heizungsrohre gar nicht erst einfrieren können. Wichtig ist, dass die Einstellung der Heizkörper auf die Frostschutzstellung keinesfalls als ausreichende Maßnahme angesehen wird. Heizungsrohre zu isolieren mit der passenden Dämmung ist ebenso wichtig wie das richtige Heizverhalten. Heizkosten sparen ist immer gut, aber es sollte keinesfalls am falschen Ende gespart werden.