Heizungswartung - Kosten und Vorgehen

Eine regelmäßige Heizungswartung ist enorm wichtig. Dafür gibt es mehrere Gründe: Bei der Heizungswartung wird von dem entsprechenden Fachmann erkannt, ob sich irgendwelche Probleme aufgrund von Verschleiß anbahnen. Diese können dann rechtzeitig behoben werden, damit die Heizung in der kalten Jahreszeit nicht plötzlich ausfällt. Ein weiterer Grund besteht darin, dass eine gereinigte und gut eingestellte Heizung deutlich weniger Energie verbraucht als eine vernachlässigte Heizung. Zudem erzeugt eine intakte Heizung weniger schädliche Abgasemissionen. Dadurch trägt die regelmäßige Heizungswartung auch zum Schutz der Umwelt bei.

Die Themen im Überblick:

So wird die Wartung der Heizung durchgeführt

Sinnvoll ist es, die Heizungswartung während des Sommers durchführen zu lassen. Es gibt mehrere Arbeitsschritte, die sowohl bei einer Gasheizung als auch bei einer Ölheizung durchgeführt werden. Zunächst demontieren die Fachleute den Brenner aus dem Brennraum. Der Brenner wird dann auf eine korrekte Funktionalität hin überprüft. Das bedeutet, dass die Einspritzdüse sowie die Zündelektroden auf Verschleiß kontrolliert werden.

Im nächsten Schritt erfolgt die gründliche Reinigung des Brennraums. Mit einer Drahtbürste und einem Staubsauger werden die Ablagerungen von Verbrennungsrückständen restlos beseitigt. Die Ablagerungen im Brennraum bewirken einen höheren Energieverbrauch. Eine Faustformel besagt, dass eine 0,5 Millimeter starke Ablagerung den Heizöl- oder Gasverbrauch um etwa fünf Prozent erhöht. Daher gehört die Reinigung des Brennraums zu den wichtigsten Wartungsarbeiten. Bei Brennwertgeräten wird auch der Wärmetauscher gesäubert.
In vielen Fällen muss die Dichtung zwischen dem Brenner und der Brennkammer erneuert werden. Nachdem der Brenner wieder eingebaut ist, misst der Fachmann die Werte der Abgase. Bei den Abgaswerten geht es um den Anteil von Ruß, die Abgastemperatur sowie die Kohlendioxidemission. Es werden noch einige weitere Messungen durchgeführt. Die vom Gesetzgeber vorgegebenen Grenzwerte müssen auf jeden Fall eingehalten werden. Dazu ist es manchmal erforderlich, die Einstellungen etwas zu verändern. Das ist für einen versierten Fachmann jedoch gar kein Problem.

Im letzten Arbeitsschritt wird noch der Wasserdruck im Kessel kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert. Mitunter ist auch eine Entlüftung der Heizkörper erforderlich, sofern diese nicht mit automatischen Entlüftungssystemen ausgestattet sind.

Zusätzliche Arbeiten bei der Gasheizung Wartung

Die oben aufgeführten Arbeitsschritte sind bei allen Heizungen identisch. Bei einer Gasheizung Wartung wird noch zusätzlich geprüft, ob alle Leitungen und Anschlüsse dicht sind. Des Weiteren prüft der Fachmann auch, ob ungewöhnliche Geräusche auftreten, oder ob es zur Geruchsbildung kommt. Tritt eines dieser Probleme auf, erkennt er sofort, dass etwas zu reparieren ist. Dieses wird er dann auch umgehend erledigen.

Zusätzliche Arbeiten bei der Ölheizung Wartung

Bei einer Ölheizung Wartung werden auch die Öltanks kontrolliert. Diese müssen dicht und von innen sauber sein. Des Weiteren muss eine Möglichkeit bestehen, die Öltanks von außerhalb des Gebäudes zu verriegeln. Damit lässt sich die Ölzufuhr im Ernstfall gefahrlos abschalten. Auch diese Vorrichtung kontrolliert der Fachmann.

Bevor das Heizöl in den Brenner gelangt, wird es durch einen Ölfilter geleitet. Dadurch wird verhindert, dass Verunreinigungen den Verbrennungsprozess beeinträchtigen. Der Ölfilter wird in regelmäßigen Abständen ausgetauscht. Da das Heizöl mit einem erhöhten Druck in den Brennraum gespritzt wird, überprüft der Monteur auch den Einspritzdruck. Ein korrekter Einspritzdruck ist ebenfalls wichtig für eine saubere Verbrennung.

Wie hoch sind die Heizungswartungskosten?

Wie hoch die Wartungskosten der Heizung sind, hängt davon ab, ob Verschleißteile erneuert werden müssen. Sind keine Neuteile erforderlich, sodass lediglich eine Reinigung und Überprüfung anfällt, kann mit Heizungswartungskosten von etwa 100 Euro für eine Heizung in einem Einfamilienhaus kalkuliert werden. Falls Verschleißteile auszutauschen sind, erhöhen sich die Heizungswartungskosten dementsprechend. Die Teile sind jedoch in der Regel nicht besonders teuer. Bei einer Heizung ist es jedoch so, dass durch den Einbau neuer Teile in der Regel auch weniger Energie verbraucht wird. Daher macht sich der Austausch von Verschleißteilen auf jeden Fall wieder bezahlt.

Muss die Heizungswartung vom Mieter bezahlt werden?

Mitunter kommt es zu Unstimmigkeiten zwischen dem Vermieter und dem Mieter, wenn es darum geht, wer die Heizungswartungskosten übernehmen soll. Es ist jedoch so, dass die Heizung ein fester Bestandteil der Mietsache ist. Das heißt, der Eigentümer des Gebäudes muss die Wartungskosten der Heizung tragen. Das ist auch dann der Fall, wenn sich in jeder Wohnung des Gebäudes eine separate Heiztherme befindet. Einen Teil dieser Kosten kann er aber über die Nebenkostenabrechnung zurückfordern.

Es gibt auch Fälle, in denen der Mieter vom Vermieter aufgefordert wird, mit einem örtlich ansässigen Unternehmen, einen Wartungsvertrag für die Heizung abzuschließen. Eine solche Vereinbarung ist jedoch nicht rechtens. Selbst dann, wenn eine solche Klausel im Mietvertrag steht, braucht sich der Mieter nicht daran zu halten.

Gesetzliche Vorschriften für die Wartung der Heizung

Es ist erforderlich, eine Ölheizung jährlich auf Abgasemissionen überprüfen zu lassen. Das erledigt der Bezirksschornsteinfeger. Mithilfe eines Messgerätes ermittelt er in wenigen Minuten die Abgaswerte. Bei einer Gasheizung ist diese Kontrolle in einem Abstand von zwei Jahren vorgeschrieben, sofern es sich um ein modernes Brennwertgerät handelt.

Es gibt aber keine gesetzliche Vorschrift zur Heizungswartung. Wenn eine Heizung stets gut funktioniert, muss der Eigentümer keine Wartung durchführen lassen. Nun ist es aber so, dass die Abgaswerte bei einer mangelhaft gewarteten Heizung nicht mehr im Normbereich liegen können. Das würde dazu führen, dass sie vom Schornsteinfeger nicht abgenommen wird. Dann wird dem Besitzer eine Frist gesetzt, in der er die Heizung warten lassen muss. Das wird dann selbstverständlich nochmals vom Schornsteinfeger kontrolliert.

Checkliste für die Wartung der Heizung

Gerade im Herbst zu Beginn der Heizsaison sollte ein prüfender Blick auf die Heizungsanlage geworfen werden. Für die Wartung von Brenner und Kessel sollten Sie einen Heizungsinstallateur beauftragen. Investieren Sie lieber jetzt in eine Wartung der Heizung, damit Sie nach dem Winter nicht mit einer hohen Nebenkostenabrechnung überrascht werden. Nicht umsonst gilt eine schlecht eingestellte Heizung als wahrer Energiefresser. Zudem besteht gemäß der Energieeinsparverordnung (EnEV) eine Wartungs- und Instandhaltungspflicht der Heizung.

Folgende Checkliste enthält alle wichtigen Funktionsprüfungen der Heizung, auf Sie unbedingt achten sollten!

  • Höhe der Kesselwasser- und Vorlauftemperatur sollten während dem Heizbetrieb stimmen. Bei Bedarf können diese angepasst werden.
  • Zeiten für Nachtabsenkung bzw. -abschaltung sowie Wochenend-Heizprogramme sollten an der zentralen Regelung oder einer Schaltuhr angepasst werden. Damit keine Heizenergie verschwendet wird, sollte die zentrale Regelung dem Wärmebedarf exakt angepasst werden.
  • Die außentemperaturgeführte Steuerung sollte funktionieren, ebenso wie die Umwälzpumpe. Mögliche Mängel sollten schnellstens von einem Wartungsdienst behoben werden. In einigen Fällen empfiehlt sich auch der Austausch der Pumpe.
  • Wenn das Heizwasser in den Heizkörpern gluckert, sollten die Heizkörper für eine effiziente und gleichmäßige Wärmeabgabe entlüftet werden.
  • Thermostatventile sollten auf die richtige Einstellung überprüft und gegebenenfalls nachjustiert werden. Zudem müssen laut EnEV sämtliche Heizkörper mit Thermostatventilen ausgestattet sein.
  • Da bereits eine Rußschicht von 1 mm Dicke den Brennstoffverbrauch um 5 % erhöhen kann (Ölheizung), sollte der Heizkessel auf Verschmutzungen überprüft und im Zweifelsfall gereinigt werden.
  • Die Betriebszeiten der Heizungspumpe sollten ebenfalls stimmen. Ist für die Pumpe in der Nacht eine Pause vorgesehen, können 30 bis 100 l Heizöl im Jahr eingespart werden (in einem Einfamilienhaus).
  • Warmwasserleitungen und Heizungsrohre sollten eine gute Dämmung besitzen (30 mm) damit der Wärmeverlust reduziert wird.
  • Der Heizkessel sollte natürlich ebenfalls effizient arbeiten. Ein Betriebsstundenzähler kann hier Klarheit verschaffen. 1.600 bis 2.000 Stunden Betrieb im Jahr sind für einen Brenner optimal. Liegen kürzere Betriebszeiten vor, ist der Heizkessel zu groß.
  • Heizkörper im Haus sollten auf undichte Stellen oder Rost überprüft werden. Ein Wechsel zu energiesparenden Heizkörpern kann ebenfalls in Erwägung gezogen werden.
  • Bei einer Ölheizung sollte natürlich auch der Heizöltank auf Schäden oder Mängel überprüft werden.

Heizkosten senken mit einem Wartungsvertrag

Für eine Wartung kann jedes Jahr wieder ein Monteur bestellt werden. Es empfiehlt sich allerdings, gleich einen Wartungsvertrag abzuschließen. Dadurch ergibt sich für Besitzer einer Heizung die Möglichkeit, ganz individuell darüber zu entscheiden, was genau bei einer Wartung durchgeführt werden soll. Dieser Vertrag sollte auf jeden Fall die Grundaufgaben enthalten, so wie die fachgerechte Reinigung des Wärmetauschers und des Brenners. Es ist aber auch möglich, Aufgaben wie die Kontrolle von wasserführenden Bauteilen mit aufzunehmen, oder eine Vordruckprüfung der Ausdehnungsgefäße. Es gibt sehr viele Möglichkeiten, solch einen Vertrag zu gestalten. Es ist zudem sehr empfehlenswert, den Vertrag möglichst mit dem Fachbetrieb abzuschließen, der auch die Anlage eingebaut und in Betrieb genommen hat.

Die Heizungswartung - der Nutzen

Eine Heizungsanlage arbeitet für gewöhnlich zwischen drei und fünf Monaten im Jahr unter absoluter Volllast. Es ist nicht sehr angenehm, wenn die Heizung mitten im Winter den Dienst versagt, weil notwendige Wartungsarbeiten nicht durchgeführt wurden. Natürlich ist eine solche Wartung immer mit Kosten verbunden, aber auch absolut notwendig für einen reibungslosen Betrieb der Heizung. Verschleißteile sollten immer auf den Zustand und die Funktion überprüft werden. Aber auch Ablagerungen wie beispielsweise Staub und Ruß können dafür sorgen, dass die Heizleistung stark gemindert wird. Eine Rußschicht mit der Stärke von lediglich einem Millimeter ist bereits ausreichend, um den Energieverbrauch um bis zu fünf Prozent in die Höhe zu treiben.

Kosten der Heizungswartung werden durch Ersparnisse ausgeglichen

Durch eine regelmäßige Wartung wird nicht nur dafür gesorgt, dass der Betrieb der Heizung reibungslos funktioniert, gleichzeitig werden auch die Heizkosten gesenkt. Diese Ersparnisse machen in vielen Fällen die Kosten, die durch die Wartung verursacht werden, wieder wett. Bei einer neuen Anlage kann es durchaus sein, dass eine regelmäßige Wartung sogar vertraglich notwendig ist. Bei vielen Herstellern ist es so, dass die Garantie eng geknüpft ist an eine regelmäßig durchgeführte jährliche Wartung. Diese muss für gewöhnlich von zertifizierten Fachbetrieben durchgeführt werden. In der Energiesparverordnung (EnEV) wurde auch eine Pflicht festgelegt, die jeder Hausbesitzer befolgen muss. Dieser Verordnung nach ist es so, dass eine regelmäßige Überprüfung der Heizungsanlage stattfinden muss, die sicherstellt, dass die Heizung einen hohen Nutzungsgrad hat, und die Umwelt nur so gering wie möglich belastet.

Der beste Zeitpunkt für die Wartung der Heizung

Den einen optimalen Zeitpunkt gibt es nicht, er variiert immer und richtet sich danach, wie lange die jeweilige Heizsaison andauert. Allerdings wird seitens der Experten empfohlen, die Wartung auf die Sommermonate zu verlegen. Wichtig ist, dass die Wartung immer vor der nächsten Heizperiode vorgenommen wird. Im Herbst kann es sonst sehr schnell zu Wartezeiten bei den Fachbetrieben kommen.

Maßnahmen & Kosten einer Heizungswartung

Die Kosten einer Heizungswartung richten sich immer danach, welches Heizsystem genutzt wird. Ölheizung, Gasheizung oder Pelletheizung, bei allen Systemen fallen unterschiedliche Arbeiten an. Aber es gibt ein paar Richtwerte, die als Orientierung genutzt werden können.

Gasheizung

Gasheizungen sind sehr beliebt, diese Variante zählt zu den Heizungsarten, die in Deutschland am meisten zu finden ist. Grund dafür sind die relativ niedrigen Anschaffungskosten und der effiziente Betrieb. Auch die Brennwerttechnik, die bei diesen Heizungen eingesetzt werden kann, spielt eine große Rolle.

Maßnahmen:

  • Reinigung des Brenners
  • Überprüfung des Kondensatablaufs
  • Dichtheitsprüfung, gas- und wasserseitig
Wartungsintervall jährlich
Wartungskosten 100 bis 200 Euro
Kosten Schornsteinfeger 40 bis 80 Euro

 

Ölheizung

Die Wartungskosten für eine Ölheizung liegen höher und Besitzer einer Ölheizung müssen für die Wartung mehr Kosten einplanen.
Maßnahmen:

  • Reinigung des Brenners, inklusive des Ölfilters und der Düse
  • Überprüfung des Motors, der Pumpe, des Steuergeräts und des Flammenwächters
  • Überprüfung und anschließende Reinigung des Kessels, dadurch werden die Rußanteile, die sich im Abgas befinden, minimiert
  • • Sichtprüfung des Tanks
Wartungsintervall jährlich
Wartungskosten 120 bis 240 Euro
Kosten Schornsteinfeger 40 bis 80 Euro

 

Holzheizung

Noch einmal etwas höher liegen die Wartungskosten einer Pelletheizung.

Maßnahmen:

  • Reinigung der Brennkammer und des Brennertopfs
  • Austrag der Asche
  • Überprüfung der Sicherheitseinrichtungen
  • Abgasmessung
  • Bei automatischer Beschickung Überprüfung der Lager- und Fördereinrichtungen
Wartungsintervall jährlich
Wartungskosten 200 bis 300 Euro
Kosten Schornsteinfeger 40 bis 80 Euro

Fazit

Eine regelmäßige Heizungswartung ist zwar nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sie sollte dennoch durchgeführt werden. Verschleiß an wichtigen Komponenten wird durch die Wartung rechtzeitig entdeckt. Dadurch können drohende Ausfälle verhindert werden. Zudem lassen sich durch eine fachgerechte Wartung Abgaswerte reduzieren. Da sich auch Heizkosten aufgrund einer gewarteten Heizung einsparen lassen, lohnt sich diese Maßnahme auf jeden Fall. Für die Heizungswartungskosten muss immer der Eigentümer aufkommen. Der Mieter hat damit nichts zu tun. Er muss lediglich damit rechnen, dass ein Teil der Wartungskosten über die Nebenabrechnung vom Vermieter zurückgefordert wird.