Der hydraulische Abgleich – was ist das eigentlich?

Sicherlich haben viele bereits vom sogenannten hydraulischen Abgleich gehört, sind sich aber nicht sicher, was genau das ist. Es gibt viele Heizungen, die ganz einfach nicht optimal arbeiten. Dies stellt selbstverständlich immer ein großes Ärgernis dar. Oft ist es das Alter der Anlage, das dafür verantwortlich ist. Sehr alte Anlagen haben oft einen hohen und auch unnötigen Energieverbrauch. Die Anschaffung einer neuen Heizung ist jedoch mit recht hohen Kosten verbunden, weshalb viele Betroffene diesen Schritt nicht gehen möchten. Allerdings reichen meistens schon recht kleine Modernisierungsmaßnahmen aus, um wirklich spürbare Verbesserungen zu erreichen. Dafür muss nicht immer gleich die ganze Heizung ausgetauscht werden. Eine dieser Maßnahmen ist der hydraulische Abgleich.

Die Leistung der Heizung verbessern mit dem hydraulischen Abgleich

Wenn die Heizkörper nicht mehr ausreichend und gleichmäßig erwärmt werden, denkt man als erstes daran, die Heizkörper zu entlüften. Wenn das aber auch keine Wirkung zeigt, ist es Zeit für einen hydraulischen Abgleich. Durch diesen Abgleich wird die Leistung der Anlage so reguliert, dass auch wirklich überall die benötigte Energiemenge ankommt. So wird verhindert, dass einzelne Heizkörper unterversorgt oder überversorgt werden. Dieser Abgleich ist nicht einfach, ein Fachmann benötigt dafür sehr viele Daten, die er zunächst erheben und anschließend analysieren muss. Nur so kann die Heizung dann passend eingestellt werden. Zu den Daten zählen unter anderem die Größe der Räume und der Wandflächen der Räume, die beheizt werden, ebenso wie das Rohrnetz. Nach dem hydraulischen Abgleich werden wieder alle Heizkörper der jeweiligen Heizanlage mit der passenden Warmwassermenge und dem notwendigen Druck versorgt.

Abgleich hilft beim Energiesparen

Ein hydraulischer Abgleich modernisiert die Heizungsanlage. Er steigert die Effizienz und ist auch gleichzeitig eine Maßnahme zum Energiesparen. Durch diesen Abgleich können im Jahr zwischen 5 und 25 Prozent an Energie- und Heizkosten eingespart werden. So kann der Verbraucher viel Geld sparen. Gleichzeitig freut sich auch die Umwelt, denn ein unnötiger Kohlendioxid-Ausstoß kann so vermieden werden. Auch der neue Wohnkomfort ist ein großer Vorteil, denn dann werden endlich wieder alle Heizkörper gleichmäßig warm.

Die Kosten eines hydraulischen Abgleichs

Natürlich wird ein hydraulischer Abgleich nicht kostenlos durchgeführt. Allerdings haben sich die entstehenden Kosten für gewöhnlich bereits innerhalb einiger Jahre amortisiert. Dazu kommt noch, dass der Abgleich auch vom Staat gefördert wird. Allerdings gibt es diese Förderung nur in Verbindung mit weiteren Maßnahmen. Der hydraulische Abgleich gehört zu den effektivsten und gleichzeitig günstigsten Möglichkeiten für die Optimierung der Heizungsanlage.

Es ist sehr schwierig, konkrete Zahlen zu den Kosten anzugeben, da diese Kosten sehr stark variieren können. Hier spielt nicht nur der Arbeitsaufwand des Installateurs eine große Rolle, sondern auch die Größe des Hauses oder der Wohnung. Auch die Art der Heizungsanlage ist sehr wichtig. Experten gehen davon aus, dass man durch einen hydraulischen Abgleich in etwa 1 bis 2 Euro pro Quadratmeter jährlich bei den Heizkosten einsparen kann. Gerade bei größeren Wohnungen und Häusern kann dies eine große Ersparnis bringen, so dass sich die Kosten für den Abgleich zwischen vier und fünf Jahren amortisiert haben können.

Der hydraulische Abgleich – so funktioniert er

Der Abgleich kann in verschiedene Schritte unterteilt werden.

  1. Zunächst erfolgt die Abschätzung oder Berechnung der Heizlast und auch der installierten Leistung der Heizkörper in allen Räumen. Auch die notwendige Vorlauftemperatur wird bestimmt
  2. Dann werden die maximal benötigten Heizwassermassenströme ermittelt für jeden einzelnen Heizkörper
  3. Anschließend erfolgt die Abschätzung oder auch Berechnung der Druckverluste innerhalb des Rohrnetzes. Aus dieser Berechnung ergibt sich dann die benötigte Pumpenleistung
  4. Nun werden die Thermostatventile oder auch Rücklaufverschraubungen ausgewählt entsprechend den notwendigen Durchfluss- und Druckkennwerten
  5. Darauf folgt die Auslegung der Umwälzpumpe gemäß der notwendigen Förderhöhe und auch dem benötigten Volumenstrom
  6. Als nächster Schritt erfolgt die Anpassung der Heizungsregelung. Dabei wird die Parallelverschiebung und die Steilheit gemäß der zuvor ermittelten Auslegungsvorlauftemperatur angepasst
  7. Abschließend erfolgt die Einstellung und auch die Dokumentation der Werte, die ermittelt wurden

Absolut sinnvoll – sowohl ökologisch als auch ökonomisch

Experten sind sich einig, der hydraulische Abgleich ist eine sehr sinnvolle Maßnahme, nicht nur im ökologischen Sinn, sondern auch im ökonomischen. Diese Investition soll sich laut den Experten bereits nach ein paar wenigen Jahren auszahlen und sei für den Eigentümer ein echter Gewinn. Es werden nicht nur Heizkosten und Energie gespart, gleichzeitig nimmt auch der Wohnkomfort zu, und zwar nicht nur wegen der gleichmäßigeren Wärmeverteilung, sondern auch durch die Tatsache, dass störende Strömungsgeräusche verschwinden.

Die Vorteile des hydraulischen Abgleichs

Es gibt einige Vorteile, die ein hydraulischer Abgleich mit sich bringt:

  • Höherer Wohnkomfort
  • Niedrigere Kosten für Energie
  • Hohe Energieersparnis
  • Heizkörper oder Fußbodenheizung sind wieder voll funktionstüchtig
  • Der Wert der Immobilie wird gesteigert
  • Sehr gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis
  • Beitrag zum Umweltschutz

Hydraulischer Abgleich auch für die Fußbodenheizung

Nicht nur bei einer Anlage mit Heizkörpern, sondern auch bei einer Fußbodenheizung kann eine Optimierung durchgeführt werden, und daraus ergibt sich ebenfalls ein großes Einsparpotential. Zwar ist die Berechnung bei einer Fußbodenheizung etwas komplexer, aber nicht unmöglich. Aber auch für ältere Heizungen ist ein solcher Abgleich auf jeden Fall lohnenswert. Dadurch kann sehr viel Geld und Energie eingespart werden.

Förderung hydraulischer Abgleich ist möglich

Der hydraulische Abgleich gilt als ökologisch und ökonomisch notwendig und wird daher als Sanierungsmaßnahme auch unterstützt und subventioniert, allerdings nur in Verbindung mit weiteren Maßnahmen. Er ist ein Bestandteil vieler Förderprogramme. Zudem ist er mittlerweile sogar zu einer Voraussetzung geworden für alle Förderprogramme eine Heizungssanierung oder einen Anlagenneubau betreffend, die von der KfW vergeben werden, ebenso wie für die Marktanreizprogramme der BAFA. Ideal wäre es, wenn zusätzlich zum hydraulischen Ausgleich auch zeitgleich eine moderne Heizungspumpe eingebaut werden würde. Die Voraussetzungen für eine Förderung sind erfüllt, wenn der hydraulische Abgleich im Rahmen von weiteren Sanierungsmaßnahmen durchgeführt wird, beispielsweise dem Austausch der Umwälzpumpe. Gefördert werden auch neue Heizungsanlagen. Als alleinige Modernisierungsmaßnahme wird der Abgleich für gewöhnlich nicht gefördert. Dennoch lohnt es sich, den Abgleich durchführen zu lassen.

Mythen und Unwahrheiten über den hydraulischen Abgleich

Es gibt immer wieder viele Mythen, die sich rund um das Thema hydraulischer Abgleich ranken.

So zum Beispiel die Meinung, dass der hydraulische Abgleich bei den meisten Heizungen längst gemacht wurde
Genau das Gegenteil ist leider der Fall. Mehr als 80 Prozent aller Heizungsanlagen in deutschen Wohngebäuden sind bisher nicht hydraulisch abgeglichen. Dadurch geht Energie verloren, oft werden weit vom Kessel entfernte Heizkörper nicht richtig warm. Auch störende Fließgeräusche können auftreten. Zwar ist es so, dass bei Neubauten und auch Erneuerungen der Heizanlage ein hydraulischer Abgleich vom Gesetz her verlangt wird, allerdings wird er dennoch nicht immer gemacht.

Bei Fußbodenheizungen und Einrohrheizungen ist der Abgleich nicht möglich
Noch ein Irrtum, der nicht der Wahrheit entspricht. In den meisten Fällen ist es möglich, auch bei Flächenheizungen wie der Fußbodenheizung, oder auch bei Einrohrheizungen einen Abgleich vorzunehmen. Allerdings ist die Datenaufnahme bei einer Fußbodenheizung etwas aufwendiger, daher muss mit höheren Kosten gerechnet werden.

Für eine Eigentumswohnung oder ein Einfamilienhaus lohnt sich der Abgleich gar nicht
Auch das ist nicht wahr. Auch bei kleineren Häusern rechnet sich diese Maßnahme durchaus. Die Kosten für ein durchschnittliches Einfamilienhaus belaufen sich auf zwischen 650 und 1250 Euro. Für den hydraulischen Abgleich stehen Fördermittel zur Verfügung, die diese Kosten senken können. Durchschnittlich spart ein Hausbesitzer durch den Abgleich rund 90 Euro an Heizkosten ein. Somit kann sich der Abgleich bereits in etwa acht Jahren amortisiert haben.

Den hydraulischen Abgleich machen - das kann man doch auch selbst
Vielleicht ist das möglich, aber Experten raten dringend davon ab, den Abgleich selbst durchzuführen. Der hydraulische Abgleich ist dafür da, um die Heizanlage möglichst exakt zu optimieren. Das ist mit ganz einfachen Mitteln, also ohne die notwendigen Werkzeuge und Programme, so gut wie unmöglich.

Im Keller steht ein Brennwertkessel - dann ist ein hydraulischer Abgleich doch gar nicht notwendig
Auch hier ist genau das Gegenteil der Fall. Erst nachdem der Abgleich durchgeführt worden ist kann, der Kessel zeigen, was in ihm steckt. Der Abgleich sorgt dafür, dass die Rücklauftemperaturen möglichst niedrig gehalten werden. Dadurch wird die Heizung effizienter, da bei einer zu hohen Rücklauftemperatur die Nutzungsgrade, die eigentlich erreichbar wären, nicht erreicht werden können.