Lüftungsanlagen für die Wohnraumlüftung - im Winter besser abschalten?

Eine gute Lüftungsanlage sorgt dafür, dass im gesamten Haus ein sehr gutes Klima herrscht. Gleichzeitig werden auch Feuchtigkeit und Gerüche sowie Schmutzpartikel abgeleitet, und schöne frische, saubere Luft ins Haus hinein geholt. Gerade in der kalten Jahreszeit ist es aber möglich, dass die Luftfeuchtigkeit recht stark sinkt. Dann steht die Frage im Raum, ob im Winter die kontrollierte Wohnraumlüftung nicht besser abgeschaltet werden sollte, um dafür die dezentrale Wohnraumlüftung, also das Lüften durch die Fenster, einzusetzen.

Die Themen im Überblick:

Wohnraumlüftung im Winter - Pro und Contra Abschaltung

Ein Lüftungsgerät, das über eine Zu- und Abluftfunktion verfügt, ist für den ständigen Luftwechsel im gesamten Haus zuständig. Seine Aufgabe ist es, die Nachteile auszugleichen, die durch eine sehr dichte Bauweise entstehen. Gleichzeitig schafft es aber auch ein Klima, in dem man sich einfach wohlfühlt. Diese Anlagen sind zudem oft mit einer Einrichtung ausgestattet, die der Wärmerückgewinnung dient. Diese ermöglicht es sogar, die Heizkosten zu senken. Allerdings steht für Besitzer einer solchen Anlage immer die Frage im Raum, ob eine Abschaltung der Wohnraumlüftung in der kalten Jahreszeit nicht die bessere Wahl ist.

Niedrige relative Luftfeuchte durch Lüftungsanlage

Der wichtigste Grund für eine solche Überlegung ist die relative Luftfeuchte im Raum, die im Winter sehr niedrig ist. Es ist sogar möglich, dass sie der Gesundheit schadet. Als optimal gelten Werte, die sich zwischen 45 und 60 Prozent bewegen bei 20 Grad Celsius. Liegen die Werte darunter, können durchaus Probleme auftreten, da sie zu einer höheren Staubbelastung führen. Das Resultat können trockene Schleimhäute sein. Dadurch geht die schützende Wirkung der Schleimhäute verloren, Krankheitserreger können sehr viel schlechter abgewehrt werden.

Erhöhtes Schimmelrisiko durch Feuchtelasten

Sicherlich ist die Gesundheit ein guter Grund, um die kontrollierte Wohnraumlüftung im Winter einfach abzuschalten. Dadurch entsteht aber gleich wieder eine neue Gefahr für die Gesundheit – Schimmel. Durch die Abschaltung der Lüftungsanlage im Winter steigt das Risiko von Schimmel in der Wohnung. Findet der regelmäßige Luftaustausch nicht mehr statt, steigt sofort die Feuchtigkeit in den Räumen an. Zudem ist es möglich, dass zeitgleich auch Stellen an der Außenhülle des Hauses abkühlen können. In dem Fall kondensiert dann der Wasserdampf aus der Luft, und schon hat sich ein perfekter Nährboden für die Sporen der Pilze gebildet. Richtig Lüften ist sehr wichtig, um diese Schimmelbildung zu vermeiden.

Steigende Heizkosten durch Abschaltung

Auch die Kosten sind ein guter Grund, um die Wohnraumlüftung im Gebäude im Winter nicht abzuschalten. Wird das Lüftungsgerät in der kalten Jahreszeit abgeschaltet, steigen sehr oft die Heizkosten, ganz besonders dann, wenn auch ein Wärmerückgewinner installiert wurde. Seine Aufgabe ist es, Energie aus der verbrauchten Warmluft aufzunehmen, und diese dann auf die frische Luft, die von außen kommt, zu übertragen. Dadurch muss die Heizung einiges weniger leisten, und die Heizkosten sinken. Die Lüftung durch das Fenster hat den großen Nachteil, dass die Wärme ganz einfach nach draußen verschwindet.

Niedrige Luftfeuchtigkeit - auch bei Fensterlüftung

Für viele Hausbesitzer ist die niedrige Luftfeuchtigkeit ein Grund dafür, die zentrale kontrollierte Wohnraumlüftung auszuschalten während der kalten Wintermonate, und per Fenster zu lüften. Diese niedrige Luftfeuchtigkeit entsteht aber auch dann, wenn eine dezentrale Wohnraumlüftung durch die Fenster des Hauses erfolgt. Die kalte Luft kann nur sehr wenig Wasser transportieren, aber das Aufnahmevermögen steigt an mit der Temperatur. Wenn also Luft mit einer geringen Temperatur von beispielsweise Null Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von etwa 80 Prozent beim Lüften in das Haus hineingelangt, wird sie durch die Heizung erwärmt. Wenn die Temperatur der Luft steigt, ist sie in der Lage, mehr Wasser aufzunehmen. Dadurch sinkt wiederum die relative Feuchtigkeit. Bei dem zuvor genannten Beispiel würde sich dann ein Wert ergeben, der zwischen 20 und 30 Prozent liegen würde. Dieser Wert steht für eine trockene Raumluft, egal ob die Fenster geöffnet wurden, oder die Lüftungsanlage eingesetzt wurde.

Trockene Luft im Haus - die besten Maßnahmen dagegen

Hausbesitzer sollten im Winter die Wohnraumlüftung nicht abschalten. Dennoch sollten spezielle Maßnahmen ergriffen werden, um die Luftfeuchte im Raum zu erhöhen. Dabei spielt die Wärmerückgewinnung eine große Rolle. Sowohl Wärmerückgewinner als auch Feuchterückgewinner sind eine gute Lösung, ebenso wie einfache Befeuchter.

Wärme- und Feuchterückgewinner

Beide Modelle übertragen sowohl Wärme als auch Feuchte aus der verbrauchten Luft hinein in die frische Luft. Unter anderem sind Rotationswärmeübertrager dafür zuständig, dass dies möglich wird. Diese Rotationswärmeübertrager bestehen, vereinfacht dargestellt, aus vielen Röhrchen, die zu einem Rad zusammengebunden sind. Diese wandern immer abwechselnd durch den Zuluftstrom und den Abluftstrom. Aus der Abluft werden Wärme und Feuchte aufgenommen, und dann auf die frische Luft übertragen. Diese Technik ist sehr ausgereift, aber leider noch nicht perfekt, denn sie bringt zwar bessere Werte, aber leider keine optimalen Werte.

Luftbefeuchter

Wer eine optimale Luftfeuchte im Raum erreichen möchte, sollte auf Luftbefeuchter setzen. Diese sind in der Lage, den Wassergehalt der Luft zu erhöhen. Das Prinzip ist sehr einfach, denn die Befeuchter verdunsten, verdampfen oder zerstäuben einfach nur frisches Wasser. Sie können einfach frei in jedem Raum aufgestellt werden, auch eine Integration in die Lüftungsanlage ist möglich. Besonders die frei aufstellbaren Modelle sind heute bereits recht preisgünstig erhältlich, oft sogar schon unter 50 Euro. Wichtig ist, dass auf die Befeuchter-Leistung geachtet wird.