Öl- oder Gasheizung? Heizsysteme im Vergleich!

Rund eine halbe Million Menschen stehen in Deutschland Jahr für Jahr vor der Frage, welches Heizsystem das bessere ist: Sollte man sich eher für eine Öl- oder Gasheizung entscheiden? Alle wichtigsten Informationen und Unterschiede zwischen den beiden Möglichkeiten erfahren Sie im nachfolgenden Ratgeber.

Welche Vorteile und Nachteile bietet eine Ölheizung?

Es mag wundersam klingen, doch die Ölheizung ist im Hinblick auf Umweltschutz keine allzu schlechte Wahl. Das liegt vor allem daran, dass Heizsysteme mit Erdöl noch immer weit verbreitet sind, was in den letzten Jahren dazu führte, dass moderne Ölheizungen heutzutage besonders effizient arbeiten. Entscheidet man sich in der heutigen Zeit für den Einbau einer neuen Ölheizung, dann handelt es sich dabei um eine innovative Vorrichtung in kompakter Form, die sehr sparsam arbeitet und deutlich weniger Öl verbraucht als Ölheizungen, die mehrere Jahrzehnte alt sind. Darüber hinaus kennt sich jeder Heizungsinstallateur mit Ölheizungen aus - man muss sich also keine Sorgen machen, wenn man ein Problem mit dem Heizungssystem in seinem Haus hat. Zudem kann man selbst bestimmen, wann und wie viel Öl man kaufen möchte.

Dennoch sollten auch die Nachteile einer Ölheizung nicht außer Acht gelassen werden. Zwar sind die CO2-Emissionen bei innovativen Heizsystemen inzwischen recht gering, allerdings gibt es trotzdem einige negative Aspekte. Dies macht sich vor allem dann bemerkbar, wenn man die Ölheizung mit alternativen Heiztechnologien - wie beispielsweise der Solarheizung - vergleicht. Noch immer ist eine Ölheizung nicht die platzsparendste Lösung im Haus: Man benötigt nach wie vor eine gewisse Stellfläche im Haus, auf der sich die Ölheizung und der Kessel installieren lassen. Ebenfalls muss berücksichtigt werden, dass man die steigenden Preisen der Öllieferanten nicht komplett ausweichen kann, da man darauf angewiesen ist. Man hat höchstens die Möglichkeit, zum günstigsten Zeitpunkt im Jahr Brennstoff einzukaufen. So sollte man sich gut überlegen, ob es sinnvoll ist, eine Ölheizung im eigenen Haus zu installieren. Dies ist vor allem deshalb so wichtig, da es mehr und mehr alternative Heizmethoden gibt, die teilweise günstiger und effizienter arbeiten.

Welche Vorteile und Nachteile zeichnen die Gasheizung aus?

Bei der Gasheizung handelt es sich um die Heizungsvariante, die mit Abstand am weitesten verbreitet ist. Sie bietet eine Menge Vorteile und hat sich ebenfalls in den letzten Jahren stark weiterentwickelt. Zudem lässt sie sich mit diversen alternativen Heizsystemen kombinieren und wird in ihrer Funktionsweise stetig modernisiert. Ob eine Gasheizung die günstigere Lösung ist, kann nicht pauschalisiert werden - hier kommt es immer auf den einzelnen Fall an. In jedem Fall ist auch hier vor der Anschaffung des Heizsystems wichtig, die Vor- und Nachteile genau abzuwägen.

Die Vorteile einer Gasheizung

Ganz klar bietet die Gasheizung jedoch einige Vorteile, die sich nicht von der Hand weisen lassen. So zeichnen sie sich durch eine besonders effiziente Technik aus, welche diese Art zu heizen besonders effektiv und sparsam macht. Darüber hinaus stellen moderne Gasheizkessel durch ihre solide und sichere Bauweise kaum noch ein Risiko im Haus dar. Der Wirkungsgrad einer Gasheizung liegt zudem bei mehr als 100 %, da die Heizungsanlage sogar ihre während des Betriebs selbst produzierten Abgase weiterverwendet.

Der hervorragende Wirkungsgrad der Gasheizung resultiert aus der innovativen Brennwerttechnik, welche die Abgase auf einem sehr geringen Level hält. Die Folge: Die Gasheizung wird kaum belastet und weist somit eine lange Lebensdauer auf, welche mehrere Jahrzehnte problemlos überstehen kann.

Ein weiterer Vorteil ist, dass bei Gas keine speziell gesicherte Lagerung in Tanks erforderlich ist, wie es beim Öl nötig ist. Zwar benötigt man für Flüssiggas ebenfalls eine Art Tank, doch dieser lässt sich problemlos im Garten aufstellen. Heizt man mit normalem Gas, dann ist die Heizungsanlage besonders kompakt und lässt sich überall im Haus aufstellen. Oft wird das Heizsystem auf dem Dachboden, im Keller oder sogar in Wandschränken verbaut. Noch geringere Abmessungen weist lediglich die Gastherme auf. Besonders effizient arbeitet das Gasheizsystem, wenn es mit einem Warmwasserspeicher ausgestattet ist.

Die Nachteile in der Übersicht

Alle Vorteile, die eine Gasheizung mit sich bringt, stehen natürlich im direkten Gegensatz zu den negativen Punkten, die in jedem Fall in die Überlegungen einbezogen werden müssen. Dazu zählt beispielsweise, dass längst nicht in allen Haushalten in Deutschland ein Gasanschluss vorhanden ist. Zwar ist das Gasnetz inzwischen weit verbreitet, aber wenn es keinen Anschluss im Haus gibt, muss dieser erst eingebaut werden - was mit hohen Kosten verbunden ist. Ansonsten muss auf ein anderes Heizsystem ausgewichen werden. Sollte man sich für die Installation einer Gasheizung entscheiden, lässt sich zur Überbrückung jedoch Flüssiggas nutzen - diese Heizung kann später nach einer entsprechenden Umrüstung problemlos mit normalen Gas verwendet werden.

Beachtet werden muss außerdem: Die Gaspreise sind in Deutschland stets an den aktuellen Ölpreis gebunden. Somit darf davon ausgegangen werden, dass die Kosten für den Brennstoff Gas in den kommenden Jahren noch eher ansteigen werden. Hier haben Haushalte, die Öl einkaufen, den Vorteil, dass sie einfach dann den benötigten Brennstoff einkaufen, wenn er gerade am günstigsten ist. Bei Gas geht dies nicht, denn man schließt einen festen Vertrag mit einem Gasanbieter, bei dem die Kosten im Vorfeld festgelegt sind.
Man hat lediglich die Option, nach einer vereinbarten Mindestfrist einen Wechsel zu einem anderen Versorger durchzuführen, der günstiger ist.

Erdgas oder Heizöl - was ist die bessere Lösung?

Ob man sich eher für eine Öl- oder Gasheizung entscheiden sollte, lässt sich nicht pauschalisieren, denn es kommt stets auf den individuellen Fall an. Dennoch lässt sich sagen, dass Erdgas deutlich weniger CO2 pro Kilowattstunde freisetzt, als es bei Öl der Fall ist. Darüber hinaus sind die Kosten für Gas tendenziell günstiger und beständiger. Weiterhin kostet auch das Heizsystem an sich in der Regel viel weniger als eine Ölheizung. Ganz egal, ob man Erdgas oder Heizöl nutzt - es lohnt sich in jedem Fall immer, ein modernes Heizsystem im Haus einzubauen, denn diese sparen bis zu 40 % der Energie gegenüber alten Systemen ein - die Anschaffungskosten amortisieren sich schnell.

Spielt man mit dem Gedanken, einen Wechsel von Öl auf Gas durchzuführen, muss hier bedacht werden, dass ein neuer Gasanschluss sowie auch die Installation der Gasheizung eine nicht allzu geringe Investition darstellen. Das gilt vor allem dann, wenn die Gasleitungen noch nicht vorhanden sind und demnach erst verlegt werden müssen. Auch für den Aufbau des Tanks für das Heizöl fallen Ausgaben an. Weil es sich hierbei um modernste Brennwerttechnik handelt, muss darüber hinaus im Schornstein ein kompatibles Abgassystem eingebaut werden, damit keine Nässeschäden in der Hauswand entstehen können.

Eine günstige Alternative zu normalem Gas ist Flüssiggas, das sich auch dann nutzen lässt, wenn der Haushalt nicht an das öffentliche Erdgasnetz gekoppelt ist. Dennoch ist Flüssiggas nach konventionellem Strom noch immer der kostspieligste Brennstoff. Achten Sie daher unbedingt darauf, dass die Kündigungsfrist beim jeweiligen Gasanbieter nicht zu lang ist, so dass kurzfristig ein Wechsel durchgeführt werden kann.

Gas- oder Ölheizung – wofür sollten Sie sich nun entscheiden?

Diese Entscheidung ist nicht so einfach zu treffen, wie man sich das vielleicht vorstellt. Es kommt aber nicht immer nur auf den jeweiligen Brennstoff an, mit dem die Heizung betrieben werden soll, sondern vielmehr um den Heizkessel selbst. Weder günstige Öl- noch Gaspreise nützen etwas, wenn in Ihrem Haus kein modernes Brennwert-System eingebaut ist. Gibt es in Ihrem Haus noch einen alten Standardkessel ist es vollkommen egal, ob Sie mit Öl oder Gas heizen. Selbstverständlich kann die Heizung auch weiterhin mit Öl betrieben werden, wenn Sie es wünschen, und den Wechsel auf Gas wegen des damit verbundenen Aufwands scheuen. Aber tauschen Sie auf jeden Fall den alten Kessel gegen einen modernen Kessel mit Brennwerttechnik aus.

Sie haben eine Öl- oder Gasheizung und wollen diese gerne behalten? Kein Problem, tauschen Sie einfach den Kessel gegen einen Brennwertkessel aus, ein Wechsel der Heizung auf einen anderen Brennstoff ist nicht unbedingt erforderlich.

Für den Einbau im Neubau hat die Gasheizung die Nase vorn. Hausbauer wünschen heute lieber eine Heizungsvariante, die ohne einen Öltank und die ständige Ölbestellung auskommt. Eine Heizölbestellung lohnt sich am meisten, wenn der Preis gerade niedrig ist. Viele haben aber nicht die Zeit, ständig die Ölpreise zu beobachten, um den besten Bestellzeitpunkt nicht zu verpassen. Zudem ist die Kombination einer neuen Gasheizung mit der Solarthermie sehr beliebt.

Hier noch einmal ein direkter Vergleich der beiden Heizsysteme:

  Ölheizung Gasheizung
Einsatzbereiche Überall einsetzbar ohne Netzanschluss Überall dort, wo ein Gasanschluss vorhanden ist bzw. gelegt werden kann
Technik Brennwert- oder Niedertemperaturkessel mit modulierendem Brenner, Kombination mit Solarthermie ist möglich Brennwert- oder Niedertemperaturkessel mit modulierendem Brenner, Kombination mit Solarthermie ist möglich
Kosten Investition für die Technik liegt zwischen 5.000 und 6.500 Euro Investition für die Technik liegt zwischen 4.000 und 5.000 Euro
Benötigter Platz Hoher Platzbedarf, Lagerraum für Öltank, oft separater Heizungsraum erforderlich Geringer Platzbedarf, da kein Brennstoff gelagert werden muss
Brennstoff Durchschnittlich eine Füllung des Öltanks im Jahr, in Niedrigpreiszeiten empfiehlt sich eine Bevorratung Die Lieferung erfolgt je nach Bedarf direkt ins Haus
Umweltfreundlichkeit Höherer CO2-Ausstoß als bei Gas Durch hohen Brennwert ergeben sich niedrige CO2-Emissionen, daher umweltfreundlicher als die Ölheizung
Warmwasserbereitung Durch einen separaten oder integrierten Warmwasserspeicher Durch einen separaten oder integrierten Warmwasserspeicher, oder mit einer Kombitherme im Durchflussprinzip
Verfügbarkeit des Brennstoffs Verfügbarkeit für mindestens 70 Jahre, aber immer schwankende Preise, ein Preisanstieg ist sehr wahrscheinlich Verfügbarkeit für mindestens 70 Jahre, Brennstoff ist importabhängig, ein Preisanstieg ist sehr wahrscheinlich
Fördermittel Die KfW stellt für Ölheizungen Fördermittel zur Verfügung Die KfW stellt für Gasheizungen Fördermittel zur Verfügung

Verfügbarkeit und Umweltfreundlichkeit

Wenn es um die Umwelt geht, liegt die Gasheizung ohne Frage weit vorne. Sie bietet einen hohen Brennwert und niedrige CO2-Emissionen, eine Ölheizung kann da nicht mithalten. Bei der Verfügbarkeit liegen beide Brennstoffe gleich, sie werden noch für einige Jahrzehnte verfügbar sein. Eine Ölheizung wird in vielen Gegenden favorisiert, in denen kein Gasanschluss zur Verfügung steht. Allerdings gibt es für solche Gebiete auch die Variante Flüssiggas, die ohne einen Gasanschluss auskommt. Wenn Erdgas verfügbar ist, entscheiden sich die meisten Hausbesitzer in Deutschland eindeutig für eine Gasheizung. Im Jahr 2013 waren mehr als die Hälfte aller neuen Heizungen Varianten, die mit Gas betrieben werden. Lediglich 2 Prozent entfielen auf die Ölheizung. Im Bereich der Umweltverträglichkeit kann die Ölheizung wieder etwas aufholen, wenn eine Solarthermieanlage installiert wird. Allerdings ist das auch bei einer Gasheizung möglich.