Wärmewende - notwendig für die Energiewende

Die Energiewende ist in aller Munde, mit verschiedenen Methoden wird versucht, diese Energiewende umzusetzen, um für den Klimaschutz zu sorgen. Dafür ist aber auch die Wärmewende notwendig, ohne diese kann die Energiewende nicht funktionieren, darin sind sich sowohl die Wissenschaft als auch die Medien und die Politik längst einig. Um die gesteckten Klimaziele zu erreichen, muss aber die Energiewende unbedingt umgesetzt werden, nur so kann der Klimawandel mit seinen negativen Folgen eingedämmt werden. Wie wichtig die Wärmewende dabei ist, zeigen folgende Zahlen: Etwa 70 Prozent der Energie wird in privaten Haushalten genutzt, um Wärme und Warmwasser zu erzeugen.

Nur für die Raumwärme werden insgesamt etwa 50 Milliarden Euro jedes Jahr ausgegeben, bei der Warmwasserbereitung sind es 15 Milliarden Euro. Diese Zahlen müssten aber nicht so hoch sein, denn bei vielen Heizungen gibt es immens hohe Einsparpotenziale, die bisher nicht genutzt werden. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Energieversorgung mit erneuerbaren Energien, sowohl für Strom als auch für Wärme.

Die Themen im Überblick:

Nachhaltige Erzeugung von Wärme ist notwendig

Gerade einmal 20 Prozent des Energieverbrauchs insgesamt entfallen auf Strom. Ausgehend vom Gesamtenergiebedarf steht die Wärmeerzeugung ganz oben auf der Liste des Energieverbrauchs. Rund die Hälfte des täglichen Energieverbrauchs entfällt auf die thermische Energie. Dieser Wert steigt in privaten Haushalten sogar noch an, dort liegt er bei 70 Prozent. Um die Energiewende zu schaffen ist es notwendig, dass die Wärmewende durchgesetzt wird. Dies erfordert, das nicht nur weniger geheizt wird, sondern auch weitaus effizienter. Wichtig ist ebenfalls, dass ein großer Teil der Wärme möglichst nachhaltig erzeugt wird, also mit erneuerbaren Energien. Zu diesen erneuerbaren Energien zählen beispielsweise Geothermie, Solarthermie und Biomasse, diese bieten sich zur Energieversorgung an.

Wärmewende - der Nachholbedarf ist groß

Die Wärmewende ist ein Thema, das leider in der Vergangenheit von der Bundesregierung sehr gerne vernachlässigt wurde. Erst vor kurzem wurde seitens der Regierung damit begonnen, sich damit zu befassen. Im Land gibt es zurzeit rund 20 Millionen Wärmeerzeuger. Daraus wird ersichtlich, dass die Wärmewende ein Vorhaben ist, das mit sehr großen Aufgaben verbunden ist im Bereich Regulierungen und Förderungen. Dennoch hat man sich große Ziele gesteckt, denn es ist geplant, den Primärenergiebedarf bis zum Jahr 2050 um 80 Prozent deutlich zu reduzieren. Geplant ist auch, dass Haushalte mit einem geringeren oder mittleren Einkommen in der Lage sind, sich in naher Zukunft eine effiziente Heizung zuzulegen, um Energie zu sparen. Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Dänemark als Vorbild bei der Wärmewende

Dass die Energiewende sehr wichtig ist für den Klimaschutz und die Zukunft, sollte mittlerweile jedem klar sein. Leider ist die dafür notwendige Wärmewende hierzulande längst nicht so weit, wie sie sein sollte. Im Jahr 2015 war es so, dass vier von fünf Heizkesseln absolut nicht auf dem neuesten Stand der Technik waren. Insgesamt waren noch mehr als 5 Millionen Ölkessel im Einsatz, ebenso wie 9 Millionen Gaskessel. Eine veraltete Technik sorgt nicht nur dafür, dass sehr ineffizient geheizt wird, gleichzeitig wird noch richtig viel Geld quasi aus dem Schornstein geblasen. Am Beispiel Dänemark wird ersichtlich, dass es auch anders geht. In Dänemark ist es nicht erlaubt, in einem Neubau eine Öl- oder Gasheizung einzubauen. Stattdessen wird ein Fernwärmenetz genutzt, das die Häuser im Land durch seinen guten Ausbau mit Wärme versorgt.

Wärmewende soll vorangetrieben werden

In Deutschland herrscht ein großer Nachholbedarf beim Ausbau der Wärmewende. Rund zwei Drittel aller Wohngebäude im Land sind absolut ineffizient, gemessen an den zur Zeit gültigen energetischen Maßstäben. Daraus resultiert nicht nur ein hoher Energieverbrauch, sondern auch sehr hohe Energiekosten. Beides ließe sich problemlos vermeiden, wenn eine moderne Heiztechnik genutzt wird. Um an diesen Tatsachen etwas zu ändern, wurde im Jahr 2015 seitens der Bundesregierung der nationale Aktionsplan Energieeffizienz ins Leben gerufen. Allerdings muss dieser auch seitens der Verbraucher akzeptiert und angenommen werden. Durch staatliche Fördermaßnahmen wird es den Verbrauchern erleichtert, die doch recht hohen Kosten für den Einbau einer neuen Heizung, einen Heizungsaustausch oder die Modernisierung der Heizung eines Gebäudes bewältigen zu können. Somit rückt das gesteckte Ziel immer näher.

Sanierung - notwendig für die Nutzung der Einsparpotenziale

Ein sehr gutes Beispiel für einen effektiven Weg zu diesem Ziel bietet das Erneuerbare-Wärme-Gesetz, kurz EWärmeG, das in Baden-Württemberg gilt. Dieses Gesetz wurde im Jahr 2015 novelliert, und seitdem ist jeder Häuslebauer verpflichtet, mindestens 15 Prozent des bestehenden Wärmebedarfs durch erneuerbare Energien zu decken. Die größten Einsparpotenziale ergeben sich in Westdeutschland. Diese können allerdings nur dann genutzt werden, wenn auch entsprechende Sanierungen durchgeführt werden. Allerdings ist die Sanierungsbereitschaft im Land nicht sonderlich hoch. Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung und dem Wärmedienstleister ista ist es so, dass es in Deutschland etwa 75 Jahre dauert, bis ein Gebäude einer kompletten Sanierung unterzogen wird. Der einzige Vorteil ist, dass viele Häuser, die in der Nachkriegszeit erbaut worden sind, mittlerweile in diesen Zeitraum fallen. Daher ist davon auszugehen, dass schon bald damit gerechnet werden kann, dass der Energiebedarf sinkt.