Warmwasser mit Solar - die Sonnenenergie nutzen!

Aufgrund ständig steigender Energiekosten suchen zahlreiche Hauseigentümer nach kostengünstigen Alternativen. Besonders effizient und umweltschonend ist es, die Sonnenenergie zu nutzen. Eine solche Möglichkeit besteht im Grunde genommen für jedes vorhandene und natürlich auch für jedes neu errichtete Gebäude. Mit Warmwasser Solar lässt sich langfristig viel Geld sparen. Was es zu beachten gibt und mit welchen Kosten kalkuliert werden kann, wird nachfolgend näher erklärt.

So wird mit Solar Warmwasser erzeugt

Zunächst ist es erforderlich, Solarkollektoren auf dem Dach anzubringen. Grundsätzlich stehen zwei unterschiedliche Varianten von Solarkollektoren zur Wahl. Es gibt die sogenannten Flachkollektoren und die Vakuum-Röhrenkollektoren.

Flachkollektoren sind etwas günstiger in der Anschaffung. Sie sind allerdings nicht so effizient wie die Vakuum-Röhrenkollektoren. Welche Variante am besten geeignet ist, hängt von der verfügbaren Dachfläche und den Verbrauch an Warmwasser ab. Es ist auf jeden Fall sinnvoll, sich von einem Fachmann diesbezüglich beraten zu lassen.

Zudem wird ein Warmwasserspeicher benötigt. Darin wird das durch die Solarkollektoren erhitzte Wasser gespeichert. Aus diesem Warmwasserspeicher kann das erwärmte Wasser dann bei Bedarf, wie beispielsweise beim Duschen, entnommen werden.

Die Größe der Anlage richtig kalkulieren

Laut Statistik verbraucht jeder Mensch etwa 50 Liter warmes Wasser am Tag. Um diese Menge zu erwärmen, ist eine Kollektorfläche von 1,5 Quadratmetern erforderlich. Für einen Vierpersonen-Haushalt ist demnach eine Kollektorfläche von mindestens sechs Quadratmetern erforderlich. Die tatsächliche Größe hängt aber auch immer von der Lage des Gebäudes ab. Kann die Sonnenenergie nur für wenige Stunden am Tag genutzt werden, ist eine größere Kollektorfläche nötig, um die gewünschte Leistung zu erzielen.

Der Pufferspeicher sollte ebenfalls richtig dimensioniert sein. Da jede Person etwa 50 Liter Warmwasser am Tag verbraucht, sollte der Pufferspeicher mindestens 100 Liter pro Person im Haushalt aufnehmen können. Nur dadurch ist es möglich, zwei Tage ohne direkte Sonneneinstrahlung überbrücken zu können.

Anlagengröße und Ertrag der Solaranlage

Wenn die installierte thermische Solaranlage ausreichend groß ist, kann im Sommer der Warmwasserbedarf für gewöhnlich komplett durch diese Anlage gedeckt werden. In den Übergangsmonaten und selbstverständlich auch den Wintermonaten ergibt sich ein höherer Bedarf an Warmwasser. Gleichzeitig ist auch die Sonneneinstrahlung reduziert. Somit erwirtschaftet die Anlage weniger Ertrag und kann nicht mehr ausreichend Warmwasser zur Verfügung stellen. Für diese Zeiten ist es empfehlenswert, die Solaranlage für die Warmwassererzeugung mit einer Ölheizung, Gasheizung oder Pelletheizung zu kombinieren, auch die Kombination mit einer Wärmepumpe ist eine gute Lösung. Solange der Bedarf an Warmwasser durch die Solaranlage gedeckt werden kann, wird die zusätzliche Technik nicht benötigt. Erst wenn der Bedarf nicht mehr ausreichend gedeckt wird, kommt die andere Technik zum Einsatz. So ist es möglich, bis zu 50 Prozent an Energie einzusparen bei der Bereitung von Warmwasser. Gleichzeitig freut sich auch die Umwelt.

Größe der Anlage immer passend zum Bedarf

50 Liter warmes Wasser verbraucht jeder Mensch durchschnittlich an einem Tag. Diesen Bedarf kann bereits eine sehr kleine Solarthermie-Anlage decken. Ein Kollektor mit einer Größe zwischen 0,8 und 1,5 Quadratmeter ist für den Bedarf einer Person schon ausreichend. Das Speichervolumen sollte zwischen 70 und 100 Litern liegen. Für eine Familie mit vier Personen ist dementsprechend eine Anlage mit einer Kollektorfläche von 3,2 bis 6 Quadratmeter notwendig. Der Speicher sollte in diesem Fall zwischen 280 und 400 Liter haben. Die benötigten Kollektorflächen sind relativ klein. Dadurch ist es möglich, auf beinahe jedem Hausdach eine Solarthermie-Anlage zu errichten. Soll zusätzlich zur Warmwasserbereitung aber noch die Heizung unterstützt werden, reichen diese Kollektorflächen nicht aus, sie müssen dann größer gewählt werden.

Mit Solar Warmwasser erzeugen und die Heizung unterstützen

Mit einer Solaranlage lässt sich nicht nur das Brauchwasser fürs Bad oder für die Küche erwärmen, sondern damit kann auch die Heizung unterstützt werden. Ist dies gewünscht sollte die Fläche der Solarkollektoren etwa doppelt so groß sein. Das ist zumindest bei Flachkollektoren der Fall. Bei Vakuum-Röhrenkollektoren reicht die 1,5-fache Fläche aus. Der Pufferspeicher sollte ebenfalls etwas größer ausfallen, damit stets genug warmes Wasser zum Heizen verfügbar ist.

Solarthermie Kosten richtig kalkulieren

Bei einer nachträglichen Montage einer Solaranlage sind die Kosten etwas höher als bei einem Neubau. Das liegt daran, dass die Kollektoren auf dem Dach sowie die Führungen der Leitungen gleich beim Bau mit eingeplant werden. Bei einer Nachrüstung kann mit Kosten von etwa 4.000 bis 5.000 Euro für einen Vierpersonen-Haushalt gerechnet werden.

Soll auch die Heizung mit unterstützt werden, sind für die Solarthermie Kosten in doppelter Höhe zu kalkulieren. Bei einem Vierpersonen-Haushalt wären es dann ungefähr 8.000 bis 10.000 Euro. Die Kosten sind zwar etwas hoch, aber dafür werden langfristig hohe Energiekosten eingespart.

Einsparpotenzial durch eine Solaranlage

Eine Solaranlage für Warmwasser kann jährlich bis zu 60 Prozent an Energie sparen, die zur Erwärmung des Wassers anfallen. Während der Sommermonate reicht eine solche Anlage aus, um genügend warmes Wasser zu erzeugen. Daher kann die konventionelle Zentralheizung während dieser Zeit komplett abgeschaltet werden. Im Winter sind die Tage kürzer, sodass weniger Sonnenenergie verfügbar ist. Dennoch reicht es aus, um zumindest das kalte Leitungswasser schon ein wenig vorzuwärmen, bevor es dann von der Öl- oder Gasheizung auf die gewünschte Temperatur erhitzt wird. Eine Kombination mit einer Pelletheizung ist ebenfalls denkbar.

Ist die Solaranlage ausreichend groß geplant, sodass sie auch die Heizung mit unterstützen kann, lassen sich weitere 20 Prozent der Energiekosten sparen. Im Laufe der Jahre kommen dadurch hohe Summen zustande. Da die Heizung, die mit Gas, Öl oder Pellets betrieben wird, weniger leisten muss, entsteht an den Komponenten auch ein geringerer Verschleiß. Dadurch hält sie sehr viel länger. Zudem ist es eine enorme Entlastung für die Umwelt. Weniger zu verbrennen, bedeutet gleichzeitig geringere Abgasemissionen zu erzeugen. Aus diesem Grund gibt es für die Investition in eine Solaranlage auch Zuschüsse vom Staat.

Mit folgenden Zuschüssen kann gerechnet werden

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA genannt, gewährt Hausbesitzern für die Installation einer Solaranlage Zuschüsse. Wird mit Solar Warmwasser produziert kann für eine Anlage mit einer Kollektorfläche von drei bis zehn Quadratmetern mit einem Zuschuss von 500 Euro gerechnet werden. Größere Anlagen werden bis zu einer Größe von 40 Quadratmetern mit 50 Euro pro Quadratmeter bezuschusst.

Wird mit einer solchen Anlage auch die Heizung unterstützt, erstattet das BAFA pauschal 2000 Euro bei einer Anlage von bis zu 14 Quadratmetern Größe. Bis zu einer Größe von 40 Quadratmetern kann mit einem Zuschuss von 140 Euro pro Quadratmeter Kollektorfläche gerechnet werden. Es ist jedoch ratsam, sich im Voraus über die Förderungsmöglichkeiten zu informieren.

Fazit

Warmwasser mit Solar zu erzeugen, lohnt sich auf jeden Fall. Die vorhandene Zentralheizung wird dadurch stark entlastet. Daher sinken auch die Energiekosten deutlich. Dank der staatlichen Zuschüsse durch das BAFA macht sich die Investition in diese moderne Technik schon nach wenigen Jahren bezahlt.